"Toleranz ist wichtig"

Heute soll der Film vollends in den Kasten kommen: Zehn Jugendliche aus Geislingen und Umgebung haben in den Herbstferien mit Dokumentarfilmerin Sabine Willmann einen Film über Toleranz gedreht.

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Es ist die berühmte "bunt zusammengewürfelte" Gruppe: Zehn Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren aus den unterschiedlichsten Schulformen - von der Waldorfschule über Haupt- und Realschule bis zum Gymnasium - haben sich in den Herbstferien zusammengefunden und entwickeln unter Anleitung der Dokumentarfilmerin Sabine Willmann einen Film, drehen, schneiden und vertonen ihn. Die Filmwerkstatt ist ein Angebot des Fördervereins der Stadtbücherei Geislingen, des Literaturnetzwerkes und schließt die ersten Geislinger DokuFilmTage ab. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" und den lokalen Aktionsplan für Geislingen "Wir schaffen Verständnis".

"Toleranz ist wichtig", das ist die Aussage des Films. "Toleranz ist wichtig" wirft einer der Darsteller einer Bande Jugendlicher an den Kopf, die in dem Film ein Mädchen schikanieren. Wieder und wieder wird die Szene 7, der Höhepunkt des Kurzfilms, abgedreht, bis alles stimmt: Text, Kameraführung, Ablauf. Toleranz - was ist das?, will dieser Film ausloten. Zwei Brüder werden im Verlauf der fiktiven Handlung mit dieser Frage konfrontiert. Außerdem ist der Film eingebettet in die Aussagen von Besuchern des Geislinger Wochenmarktes, die das Filmteam am Mittwoch interviewt hat, und von Statements der zehn Jugendlichen zu diesem Thema.

Hunger, frische Luft, Pause: Am vierten Projekttag laufen die Aufnahmen im Jugendbuchbereich der Stadtbücherei nicht mehr so rund. Den einen gelüstet es nach einem Döner, die andere will einfach mal raus. Willmann muss einen Sack voller Flöhe hüten. Zwischen den Takes albern die Jugendlichen herum, hören nicht mehr richtig zu. "Das war suboptimal - also schlecht", fasst die erfahrene Filmerin nach einem weiteren Versuch zusammen und macht einem Darsteller klar: "Du hast eben die Szene geschmissen." Nocheinmal heißt es: "Ruhe für Dreh. Kamera und Ton ab."

Eine halbe Stunde später kommt das erlösende "Danke". Willmann seufzt "Halleluja". Die aufgedrehten Jugendlichen rufen "Yeah" und fallen sich theatralisch in die Arme. Nur der Darsteller mit dem Kernsatz muss nochmal vor die Kamera. "Toleranz ist wichtig", deklamiert er wieder.

Für Willmann, die normalerweise mit homogeneren Gruppen arbeitet, ist die Geislinger Filmwerkstatt eine Herausforderung. Beeindruckt ist sie von dem schlüssigen Drehbuch, das eine Teilnehmerin nach ersten gemeinsamen Überlegungen geschrieben hat. Durch drei Störenfriede im Team hätten sie leider Zeit verloren, bedauert sie, weiß aber aus Erfahrung, dass die Erlebnisse dieser Woche bei allen Teilnehmern nachwirken werden.

Die Postproduktion des Geislinger Filmes übernehmen Willmann und Oliver Heise, der für den Ton und die Musik zuständig ist. Und dann wird es in Geislingen zu einer Uraufführung kommen.

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