"Storchen" darf was kosten

Die Ausstellung im "Museum im Storchen" wird neu gestaltet. Für 400 000 Euro erwecken künftig Vitrinen und medial aufgewerte Stationen die Geschichte der Stadt und ihrer Persönlichkeiten zu neuem Leben.

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Das Museum im Storchen ist ein wertvolles Kleinod. Das Gebäude wird jetzt saniert - wie auch schon ein Plakat verrät. Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung wird neu gestaltet. Das dauert aber wohl bis Frühjahr 2014. Foto: Giacinto Carlucci

Für behutsamen Umgang mit historischen Bauten ist Göppingen nicht gerade bekannt. Die Sanierung des "Storchen" aber will sich der Gemeinderat ordentlich was kosten lassen. Das Gremium fasste in seiner jüngsten Sitzung den Baubeschluss für die Sanierung des Gebäudes. 2,24 Millionen Euro sollen die Arbeiten nach derzeitigem Stand kosten. Ein Gutteil davon wird durch den Einbau eines neuen Sicherheits-Treppenhauses inklusive Fahrstuhl fällig. Damit spart man sich allerdings den Anbau einer Fluchttreppe an der historischen Außenfassade und erfüllt dennoch die Brandschutzauflagen. Zwar sind die Kosten seit dem Planungsbeschluss um 700 000 gestiegen, dennoch wollte im Gremium niemand mäkeln. Im Gegenteil: Die Stadträte waren voll des Lobes für die Konzeption der Sanierung. Vor allem, als Professor Claudia Frey, Vertreterin des Büros Berton Schwarz Frey zusammen mit Stadtarchivar Karl-Heinz Rueß die Neukonzeption der Ausstellung vorstellte. Die schlägt mit allein 400 000 Euro zu Buche. Dafür können sich die Besucher künftig auf fünf Stockwerken mittels einer abwechslungsreicheren Schau durch die Stadtgeschichte bewegen.

Im Erdgeschoss soll unter anderem ein Gewölbe mit in den öffentlichen Raum einbezogen werden. Im Erdgeschoss ist auch die Frühgeschichte der Stadt zusammengefasst. Das erste Stockwerk ist für Sonderausstellungen reserviert. Im zweiten Obergeschoss knüpfen die Ausstellungsmacher zeitlich an das Mittelalter an. Schwerpunkte sind die Entwicklung des Stadtbildes sowie wichtige Zäsuren im 19. und 20. Jahrhundert. Der Stadtbrand und der Wiederaufbau, die Industrialisierung und der Zweite Weltkrieg sind solche Zäsuren. Auch ein Blick auf das Göppingen des Jahres 2030 wird gewagt.

Im dritten Geschoss werden bedeutende Göppinger und Göppingerinnen einen wichtigen Teil der Geschichte verkörpern. Dabei spielen auch viele Frauen eine tragende Rolle. Caroline Märklin beispielsweise, die nach dem Tod ihres Mannes den Weg von der Flaschnerei Märklin zum Spielwarenunternehmen ebnete. Auch Christiane Knoer, eine Freundin der Kochkunst wird vorgestellt - im Ambiente der schon bisher vorhandenen historischen Küche, die erhalten werden soll. Für das Thema Auswanderung steht der in Göppingen verarmte, dann ausgewanderte und in der neuen Welt zum Millionär gewordene Holzdrechsler Albert Schoenhut. Das vierte Obergeschoss ist dann wieder dem Thema "Spielzeug" vorbehalten.

"Das Museum ist Hort der Originale. Sie stehen bei der Präsentation im Mittelpunkt", heißt es in der Konzeption. Die Exponate stehen im Kontext ihrer Geschichte , zeigen aber auch die Verbindungslinien zur Gegenwart auf. Die Stadtmodelle werden erhalten. Audiovisuelle Medien, also Hörstationen oder historische Filme, sollen in der Ausstellung künftig eine größere Rolle spielen. Bis es so weit ist, müssen sich die Göppinger aber noch gedulden. Erst im Frühjahr oder Sommer 2014 soll der Storchen nach derzeitigem Stand wiedereröffnet werden.

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