"Sind durch raue See gegangen"

Der Umbau der Hohenstaufenhalle zur EWS-Arena hat 17,3 Millionen Euro gekostet. Der Gemeinderat hat sich mit der Kostenfeststellung beschäftigt.

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"Wir sind durch raue See gegangen, und auch ich habe Fehler gemacht, aus denen ich gelernt habe." Göppingens Baudezernent Olav Brinker nahm in der jüngsten Gemeinderatssitzung kein Blatt vor den Mund, als es um die Gesamtkosten für den Umbau der Hohenstaufenhalle ging. Doch so tief der Ärger über die massiven Kostensteigerungen bei vielen Stadträten sitzt: Die von manchem erwartete neuerliche Grundsatzdebatte über das Großprojekt fand am vergangenen Donnerstag nicht statt. Es gab zwar Kritik im Gemeinderat. Vor allem aber herrschte Einigkeit darüber, dass die Entscheidung, die Hohenstaufenhalle zu modernisieren und zu erweitern, richtig war.

17,3 Millionen Euro hat der Um- und Ausbau der Halle einschließlich der neuen Schulsporthalle gekostet. Mit zwei Millionen Euro förderte das Land das Projekt, weitere zwei Millionen steuerte Handball-Bundesligist Frisch Auf bei. Einen Zuschuss von 500 000 Euro bewilligte der Landkreis. Im Lauf der Bauarbeiten investierte Frisch Auf noch einmal 500 000 Euro in die Ausstattung der neuen Arena. Wolfram Feifel, Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler (VUB), fragte nach Zusatzkosten, die in der Schlussrechnung womöglich nicht enthalten seien und nannte als Beispiel den Schadenersatz, den die Stadt an Frisch Auf gezahlt hat, weil die EWS-Arena später fertig wurde und Frisch Auf seine Heimspiele länger als geplant in Stuttgart austragen musste.

Der Fraktionschef der Grünen, Christoph Weber, stellte fest: "Die Halle ist das wert, was wir bezahlt haben." Rolf Daferner, der Vorsitzende der FDP/FW-Fraktion, sprach von einer "Bereicherung für die Stadt". Das Werk sei gelungen, und "es ist immer ein Genuss, wenn man die EWS-Arena betritt". Felix Gerber, der die CDU-Fraktion anführt, meinte: "Auf dieses Schmuckkästchen können wir stolz sein."

Ursprünglich hatte die Stadt für den Hallenausbau 11,5 Millionen Euro veranschlagt. Beim Baubeschluss waren es bereits 11,8 Millionen. Als die Kosten immer weiter kletterten, legte der Gemeinderat auf Vorschlag von Oberbürgermeister Guido Till eine neue Kostenobergrenze von 18 Millionen Euro fest. Der OB erneuerte in der Sitzung seine Kritik an dem von der Stadt beauftragten Stuttgarter Controlling-Büro Drees und Sommer. "Die Ausgangsvoraussetzungen waren unrealistisch und falsch. Das hätten uns die Controller sagen müssen."

Doch auch der Göppinger Oberbürgermeister sah vor allem das Positive an dem Projekt, das in den vergangenen Jahren für manch hitzige Sitzung im Rathaus gesorgt hatte: "Die Halle ist zu 70 Prozent vom Schul- und Vereinssport belegt. Das Betreiberkonzept hat sich bewährt. Wir haben eine Vollausnutzung." Sogar die viel bemängelte Akustik in der Arena sei durch verschiedene Nachrüstungen besser geworden, sagte der OB. "Für die Stadt und die Geschichte war es eine richtige Entscheidung, dass wir die Hohenstaufenhalle ausgebaut haben."

Info Die EWS-Arena war Ende Juli 2009 nach 15-monatigen Bauarbeiten feierlich eingeweiht worden.

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