"Sanfte Medizin ist im Kommen"

Aus der Mauchschen Apotheke heraus entwickelte sich die "Chemisch-Pharmazeutische Fabrik Göppingen Carl Müller". Das Unternehmen gibt es bereits seit 90 Jahren. Auch die Zukunft ist vielversprechend.

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  • Die Firma an der Göppinger Bahnhofstraße wurde im Jahr 1921 vom Apotheker Carl Müller gegründet, der nach bescheidenen Anfängen bereits nach wenigen Jahren die Produktionsstätten erweitern musste. Heute produzieren rund 90 Mitarbeiter die Arzneimittel und kosmetische Produkte. Fotos: Margit Haas 1/2
    Die Firma an der Göppinger Bahnhofstraße wurde im Jahr 1921 vom Apotheker Carl Müller gegründet, der nach bescheidenen Anfängen bereits nach wenigen Jahren die Produktionsstätten erweitern musste. Heute produzieren rund 90 Mitarbeiter die Arzneimittel und kosmetische Produkte. Fotos: Margit Haas
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"Die sanfte Medizin ist im Kommen", freut sich Steffen Spaich, bei der "Chemisch-Pharmazeutischen Fabrik Göppingen Carl Müller" zuständig für das Marketing. Pflanzenheilkunde und Homöopathie seien "in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Heute kennt sich hier jede junge Mutter aus". Um die Zukunft des Unternehmens, das sein Vater Carl-Friedrich Spaich und Dr. Reinhard Rettenberger in der mittlerweile vierten Familiengeneration führen, ist es also gut bestellt.

Begründet worden war die Firma an der Bahnhofstraße 1921 vom Apotheker Carl Müller, der nach bescheidenen Anfängen bereits nach wenigen Jahren die Produktionsstätten erweitern musste. In den Dreißigerjahren wurde erneut gebaut. Am 1. März 1945 war das Unternehmen bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört worden. Der Wiederaufbau nach Kriegsende erfolgte zügig. "Forschung, Entwicklung und Vertrieb von Phytotherapeutika und Homöopathika nahmen eine solche Dimension an, dass es notwendig wurde, im Jahre 1956 die Sektoren homöopathische Einzelmittel und Spagyrik abzutrennen und der Tochterfirma Staufen-Pharma zu übertragen", hat Steffen Spaich recherchiert. Die in diesem Tochterunternehmen produzierten homöopathischen Einzelpräparate "vertreiben wir ohne eine Indikation. Sie werden vom Therapeuten individuell verordnet". Hier habe das Unternehmen rund 4000 verschiedene Fertigarzneien in verschiedenen Darreichungsformen ständig auf Lager. Bei den pflanzlichen Heilmitteln und den komplexhomöopathischen Arzneien sind es zehn verschiedene Präparate, die bei Erkältungskrankheiten oder Beschwerden an Herz und Kreislauf indiziert werden. "Alle Arzneimittel, die wir produzieren, sind apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig" - werden also von den Kassen in aller Regel nicht bezahlt.

Die homöopathischen, phytotherapeutischen und spagyrischen Arzneimittel und eine Reihe von kosmetischen Produkten werden in der Göppinger Bahnhofstraße von rund 90 Mitarbeitern produziert. Die Pflanzen, die Basis der Produkte sind, werden überwiegend im eigenen Pflanzengarten bei Wäschenbeuren angebaut. "90 Prozent unserer Produktion sind für den deutschen Markt bestimmt", betont der 30-Jährige. Bekannt sind vor allem ein homöopathisches Präparat zur Behandlung von Nasennebelhöhlenerkrankungen und ein Arzneimittel aus dem Extrakt der Rhapontikrhabarberwurzel, für das das Unternehmen ein Patent hält und das Wechseljahresbeschwerden lindert.

Info Der griechische Begriff "Homöopathie" bedeutet "ähnliches Leiden". Erkrankungen werden mit einer kleinen Menge eines Naturstoffs behandelt, der am gesunden Menschen, in größerer Dosis verabreicht, zu ähnlichen Symptomen führt, wie sie für eine bestimmte Erkrankung charakteristisch sind. Diese sogenannte Ähnlichkeitsregel bildet eines der Grundprinzipien der Homöopathie.

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