"Raubzug": Bestseller-Autoren haben 90.000 Bücher verkauft

Der Siegeszug der Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich geht weiter: Ihr "Raubzug" hält sich seit 15 Monaten in den Bestseller-Listen, erschien auf Koreanisch und Chinesisch und soll auch Südafrika erobern.

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"Das ist der Wahnsinn und einfach unglaublich." Marc Friedrich und Matthias Weik können es immer noch nicht fassen: Ihr Sachbuch "Der größte Raubzug der Geschichte" hält sich seit 15 Monaten in den Bestseller-Listen, inzwischen ist die zehnte Auflage auf dem Markt, mehr als 90.000 Exemplare sind verkauft. "Unser Buch ist auf Chinesisch übersetzt worden und nun in China, Taiwan und Hongkong erschienen", vermeldet Marc Friedrich stolz. In südkoreanischen Regalen steht das Lexikon über die Machenschaften der Finanzindustrie schon seit mehreren Monaten, Anfragen aus weiteren Ländern gebe es zuhauf: Tschechien, Finnland, Schweden, französische Schweiz, Griechenland, zählt der 38-jährige Erfolgsautor auf. Letzteres komme jedoch nur mit Vorkasse in Frage, fügt Friedrich augenzwinkernd hinzu. Im April kommenden Jahres soll der "Raubzug" auch als Taschenbuch zu haben sein.

Dass die Ankündigung eines Zusammenbruchs die Herzen der Leser im Sturm erobern wird, hatten sich die jungen Autoren nie vorzustellen gewagt: "Wir sind mit der Intention angetreten, 500 Bücher zu verkaufen", hatte Matthias Weik im Juli 2012 ein bescheidenes Ziel ausgegeben. Doch der "Raubzug" trifft offenbar den Nerv der Zeit: In ihrem humorvoll geschriebenen, "rein faktenbasierten" Bestseller rechnen die beiden Ökonomen mit der Finanzwirtschaft ab und geben Sparern Tipps, wie sie ihr Vermögen anlegen können.

Weik und Friedrich nehmen in ihrem Buch die Leser mit auf eine "spannende Reise in die Welt des Wahnsinns, der Lügen, des Betrugs und der gewaltigsten Kapitalvernichtung, die die Menschheit je erlebt hat". Durch Krisenherde wie Spanien, Portugal und Zypern oder jüngst die USA, die knapp am Staatsbankrott vorbeigeschrammt sind, sehen sich die Wirtschaftswissenschaftler bestätigt. Mit ihrer düsteren Prognose "Der Euro ist gescheitert, das Finanzsystem wird kollabieren" stoßen die Autoren, die mittlerweile den Sitz ihres Vermögensberatungsunternehmens von Göppingen nach Stuttgart verlegt haben, jedoch auch auf Widerspruch. Kritik halten sie jedoch aus: "Wir sind nur die Überbringer der schlechten Nachrichten." Doch bricht das System nicht erst recht zusammen, wenn jeder sein Geld vom Konto abhebt und in Sachwerte investiert? Die Wirtschaftswissenschaftler sind überzeugt: "Dann ginge es schneller. So ist es ein schleichender Tod."

Während es Weik und Friedrich im ersten Buch darum ging zu erklären, wie Banken und Staaten zu Geld kommen, wem Finanzprodukte letztlich dienen und wie Rettungsschirme funktionieren, wollen die beiden Ökonomen in ihrem zweiten Werk Lösungen aufzeigen. "Wir wollen hier nicht nur den Finger in die Wunde legen", betont Marc Friedrich. Er ist überzeugt, dass es Möglichkeiten gibt, die Krise zu meistern. "Nichts ist alternativlos." Das Grundgerüst des zweiten Buches steht, die Autoren sprechen von 25 Prozent der Arbeit, die bereits erledigt ist. Im Mai soll es erscheinen - "ein ambitioniertes Ziel", räumt der 38-Jährige ein, "aber wir schaffen das. Das meiste ist im Kopf, es muss nur noch zu Papier gebracht werden". Angelehnt an den Erstling, soll auch der zweite Coup der Autoren mit Humor, Cartoons und Überspitzungen dem Leser die trockene Materie Finanzwelt näher bringen.

Hebt man bei diesem unerwarteten Erfolg nicht völlig ab? Marc Friedrich schüttelt den Kopf: "Wir bleiben dankbar, bodenständig und demütig und stehen nicht morgens auf, klatschen uns ab und sagen: Wir sind Bestseller-Autoren."

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Kommentare

31.10.2013 07:00 Uhr

Macht weiter so und klärt das Volk auf

Hunderte Professoren aus Deutschland und Wissenschaftler warnten über die Aufweichung der EU Verträge und die Bankenrettung.
Die Antwort der Bundesregierung, ihr habt keine Ahnung.
Doch bilden diese Menschen die Führungspositionen von morgen aus.
Es ist es wert die Bevölkerung aufzuklären.

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