„Menschliche und fachliche Vorbilder“

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Mit einer Feier wurden Werner Nagel aus Donzdorf (r.) und Peter Melzer aus Göppingen (2.v.l.) geehrt. Bei ihnen stehen Ulrich Volz (2.v.r.), der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, und sein Stellvertreter Reinhold Schauer (l.).  Foto: 

Mit einer außergewöhnlichen Feier wurde Werner Nagel aus Donzdorf und Peter Melzer aus Göppingen für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Feuerwehren im Kreis gedankt.

Ein großer Zapfenstreich im Stauferpark bildete den Höhepunkt des vom Kreisfeuerwehrverband ausgerichteten Abends. Eine öffentliche Ankündigung hatte es aus Furcht vor Störern nicht gegeben, dennoch waren zahlreiche Bürger zu dem Ereignis gekommen. Die Ehrenformation der Feuerwehren aus dem Kreis war mit Fahnen bei Anbruch der Dunkelheit angetreten. Im Schein der Fackeln spielte der Musikverein Heiningen-Eschenbach unter Florian Pallaschs Leitung neben der Nationalhymne unter anderem „Über sieben Brücken musst Du geh’n“ sowie „Highland Cathedral“.

Zuvor hatte Ulrich Volz, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, während einer Feierstunde im Landratsamt Werner Nagel zum Ehrenvorsitzenden und Peter Melzer zum Ehrenmitglied ernannt. Nagel hatte 30 Jahre als stellvertretender Vorsitzender und 24 Jahre als Vorsitzender die Interessen seiner Kameraden vertreten. Melzer war 14 Jahre sein Stellvertreter gewesen. Beide hatten lange auch als Stellvertreter des Kreisbrandmeisters amtiert. Als geradlinigen und verlässlichen Kameraden, als Vorbild an Ausdauer und Kontinuität würdigte Volz seinen Vorgänger Werner Nagel. Als Fels in der Brandung, der bei Einsätzen Ruhe in die Hektik gebracht habe, bezeichnete er Peter Melzer. Das Lebenswerk beider sei Vorbild für nachfolgende Generationen.

Landrat Edgar Wolff sah in dem guten Besuch der Veranstaltung die Wertschätzung für „zwei tragende Säulen der Feuerwehr“, die zusammen 99 Jahre ehrenamtliches Engagement in die Waagschale werfen könnten. Großartige Kreisfeuerwehrtage seien Teil der Erinnerung an die Amtszeit von Werner Nagel, sagte Landrat Edgar Wolff. Als „Gesicht der Feuerwehr Göppingen“ würdigte er Peter Melzer, der bereits mit 33 Jahren stellvertretender Kommandant der größten Feuerwehr im Kreis geworden war. Der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich betonte, dass 170 000 Feuerwehrleute im Land mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement den sozialen Kitt bildeten und den Zusammenhalt stärkten.

Kreisbrandmeister Professor Dr. Michael Reick machte in seinem sehr persönlichen Rückblick deutlich, welches Ansehen Nagel und Melzer bis heute genießen. Bereits als Angehöriger der Jugendfeuerwehr habe er großen Respekt vor beiden Namen gehabt. Die Wertschätzung sei für die „fachlichen und menschlichen Vorbilder“ Jahr für Jahr weiter gewachsen. „Ich hoffe, die Gesellschaft kann erahnen, was ihr für sie getan habt“, rief er Nagel und Melzer zu.

 Von allen Rednern wurde der Wunsch geäußert, dass sie mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung der Feuerwehr auch in Zukunft erhalten blieben. Landrat Edgar Wolff verwies auf die Konzeption 65+, die die Möglichkeit schaffe, sich weiter einzubringen

Im Schlusswort dankte Werner Nagel Weggefährten, Begleitern und der Familie. Zum einen zeigte er sich erleichtert, die Verantwortung abgegeben zu haben, auf der anderen Seite erinnerte er sich mit Wehmut an die „kameradschaftliche Führung“. Vieles, das man gebe, werde vielfältig zurückgegeben.

 Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Saxophonquartett des Landespolizeiorchesters.

Zeremonie Kreisbrandmeister Professor Reick erläuterte vor Beginn des Großen Zapfenstreichs kurz die Hintergründe und skizzierte den Ablauf der Zeremonie. Nur zirka alle fünf Jahre gebe es einen Zapfenstreich der Feuerwehren im Kreis, betonte Reick. Mit diesem militärischen Ritual werden etwa Persönlichkeiten beim Ausscheiden aus dem Dienst geehrt. Es hat seinen Ursprung in den Befreiungskriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Bekannt sind die großen Zapfenstreiche der Bundeswehr bei der Verabschiedung der Bundespräsidenten. Immer wieder sind die Veranstaltungen Ziel von Störern, weshalb oft auf eine öffentliche Ankündigung verzichtet wird.

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