"Kinder sollen Politik in der Schule machen"

Erneut sorgt die Piratenpartei für Schlagzeilen: Sie wollen sich dafür einsetzen, dass in Zukunft schon Kinder den Gang zur Wahlurne machen dürfen. Passanten in Göppinger äußerten gestern ihre Skepsis.

|
Erwin Schmidt hält die Idee der Piraten für Nonsens.

"Für mich ist das absoluter Nonsens, wenn ich ehrlich bin", weiß der Rentner Erwin Schmidt. "Ich bin nach wie vor für eine Wahlberechtigung ab dem 18. Lebensjahr, denn davor haben die Jugendlichen nicht wirklich Ahnung von Politik und können sich schlecht einbringen" sagt der 72-jährige Heininger. Seiner Meinung nach erhofften sich die Piraten damit wohl einen Zuwachs an Wählern, da sie mit ihren Themen eher jüngere Menschen ansprächen.

Auch Melica Radovic steht der Idee der Piraten ziemlich kritisch gegenüber. Die 64-jährige Göppingerin hält Kinder im Alter von zwölf für alles andere als fähig, in Sachen Politik mitzureden: "In so jungen Jahren hat man doch andere Dinge im Kopf. Kindern sollte keine solch große Verantwortung gegeben werden - sie sollen Kinder bleiben dürfen", erklärt sie. Außerdem sei man gerade in dem Alter sehr manipulierbar, was sich die Parteien sicher zu Nutze machen würden.

Eine ähnliche Meinung formuliert auch der Fahrzeugbauer Rudolf Schips. Der 54-jährige Heininger schließt ein Politikbewusstsein auch bei jüngeren Menschen nicht aus: "Gerne sollen auch Kinder politisch mitmischen dürfen. Aber bitte nur im kleinen Stil, wie zum Beispiel in der Schule, indem sie als Schulsprecher für andere Verantwortung übernehmen", sagt er. Für die "große Politik" hält er Kinder für noch ungeeignet.

Ebenso skeptisch steht auch der Donzdorfer Rolf Geiger der Sache gegenüber: "Kinder sind sehr leicht beeinflussbar und können sich noch keine eigene Meinung zu einem Thema bilden", erklärt er und ergänzt: "Die sagen vor allem das, was sie von ihren Eltern vorgesetzt bekommen."

"Kinder in dem Alter sind für Politik noch nicht reif genug, das merke ich bei meinem eigenen Sohn, der 13 Jahre alt ist", gibt der Kriminalpolizist Rainer Parey preis. "Das Interesse an Politik ist bei den Kindern bei Null, aber vielleicht liegt das auch daran, dass es in den Schulen zu wenig thematisiert wird", merkt er an. Der 44-jährige hält Zwölfjährige ebenfalls für zu leicht manipulierbar.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoher Schaden nach Wohnungsbrand in Salach

Bei einem Wohnungsbrand in Salach am frühen Samstagmorgen entstand ein hoher Schaden von etwa 50.000 Euro. weiter lesen