"Grünes Wachstum" nötig

Volles Haus im Uditorium. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunalpolitik befassten sich beim 2. Sparkassen-Unternehmerforum mit dem Thema "Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance".

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Hielt das Impulsreferat: Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher.

"Nachhaltigkeit müssen wir uns leisten", der zweite Teil des Titels gab beim Unternehmerforum der Kreissparkasse Göppingen in Uhingen, die Marschrichtung vor. Nicht von ungefähr, so Vorstandsmitglied Klaus Meissner bei seiner Begrüßung im Uditorium habe man die zweite Veranstaltung der Reihe diesem Thema gewidmet. Nachhaltigkeit sei kein Trend, sondern bewusstes Handeln und biete wirtschaftliche Chancen, sagte Meissner.

Bevor die Teilnehmer in drei Fachforen die Potenziale nachhaltigen Handelns und Wirtschaftens erörterten, gab es Denkanstöße vom Ulmer Wirtschaftswissenschaftler und Mathematiker Professor Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, vielfach ausgezeichnet und derzeit einer der gefragtesten Redner, zu den Themen Nachhaltigkeit und Globalisierung. Mit viel Witz und Humor zeigte Radermacher in seinem Vortrag "Nachhaltigkeit und Regionalität" die komplexen Zusammenhänge zwischen Weltwirtschaft, Umwelt und Klima sowie der sozialen Probleme vor dem Hintergrund der Vielfalt der Kulturen auf.

"Die globalen Probleme lassen sich nicht allein mit regionaler Nachhaltigkeit lösen", machte der Redner deutlich, der zu den geistigen Vätern der Global-Marshall-Plan-Initiative zählt. Dennoch komme es entscheidend auf regionale Nachhaltigkeit an. Dass immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter klimaneutral reisen lassen, ökologisch verträgliche Gebäude beziehen oder nachhaltiges Wirtschaften zertifizieren lassen, komme nicht von ungefähr. "Es gibt ökonomische Zwänge, sich nachhaltig auszubilden." Und darin besteht für Franz-Josef Radermacher eine große Chance. "Wir brauchen gigantische Innovationen, wenn wir eine nachhaltige Welt für zehn Milliarden Menschen haben wollen." Um deren Lebensbedingungen zu verbessern, bedürfe es Wachstums, "grünes Wachstum". Aber auch Ordnungsstrukturen und weltweit verbindliche Spielregeln, die auch armen Ländern die Chance bieten, am Wohlstand teilzuhaben. Um auch diesen Ländern einen Anreiz für nachhaltiges Wachstum zu geben, bedürfe es jedoch der finanziellen Teilhabe der reichen Länder.

Radermacher ermunterte die Unternehmer, nachhaltiges Wirtschaften mit Intelligenz und innovativen Ideen und ökonomischem Erfolg umzusetzen.

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Kommentare

10.03.2012 13:13 Uhr

Nachhaltigkeit heute

Unternehmen sind gefragt ihre Unternehmensstrategie nachhaltig auszurichten. Frau Tatijana Kulas berichtet in einem Interview wie sie die Nachhaltigkeitsstrategie in ihrem Unternehmen umsetzen konnte: http://www.theeuropean.de/politikdialog/9582-neue-unternehmensstrategie

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