"Für Greisin zuviel"

Spätes Mutterglück: Eine 66 Jahre alte Schweizerin hat vor zwei Wochen Zwillinge auf die Welt gebracht. Passanten erzählen, was sie davon halten.

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Hält eine derart späte Mutterschaft für egoistisch: Hannes Pachulke.

Der Rentner Walter Sebald 79, ist der Meinung, dass Frauen in so hohem Alter nicht mehr Mutter werden sollten. "Die Frau hat dabei doch nur an sich gedacht. Ich halte es für ein Vergehen am Kind", stellt er ärgerlich fest. Der Göppinger fährt kritisch fort: "In diesem Alter kann eine Frau ihrer von der Natur gegebenen Mutterrolle doch gar nicht mehr gerecht werden."

Ähnlich fällt auch das Urteil der Rentnerin Christa Löw, 68, aus. Die Göppingerin bemerkt: "Wenn die Kinder eingeschult werden, ist die Mutter schon über 70. Und wenn sie dann erst das Teenager-Alter erreicht haben, wollen sie Antworten auf viele Fragen haben, die eine greise Mutter wohl kaum beantworten können wird." Sie geht sogar noch weiter und meint: "Für mich ist das, was sich dort zugetragen hat, wirklich jenseits der Schmerzgrenze."

Die Göppinger Logopädin Kerstin Topisch 27 Jahre alt, steht dem späten Mutterglück ebenfalls eher kritisch gegenüber. Sie weist auch auf die Gefahren hin, welche eine Schwangerschaft im hohen Alter mit sich bringen kann: "Jeder weiß, dass je älter eine Mutter ist, auch die Risiken von Komplikationen in der Schwangerschaft steigen." Außerdem benötigten Kinder ihre Eltern als Bezugspersonen und Ansprechpartner. "Wenn der Mutter etwas zustößt, was in dem Alter eben gehäuft der Fall ist, stehen die Kinder plötzlich alleine da und sind ein Fall für das Heim."

Ihre Kollegin Kerstin Röhm, 26, die ebenfalls als Logopädin tätig ist, erklärt: "Gerade wenn die Kinder ihre Mutter am meisten brauchen, ist diese schon so alt, dass sie nur ungenügend für sie da sein kann; der Altersunterschied ist einfach zu groß."

Der Göppingerin fällt auf: "Es wird sozusagen eine Generation komplett übersprungen und die Frau ist gleichzeitig Mutter und Großmutter der Kinder."

Ebenso wenig Zuspruch erhält die Schweizerin von Hannes Pachulke, der zu Besuch in Göppingen ist. Der 30-jährige Berliner hält es für egoistisch, in solch einem hohen Alter noch Kinder auf die Welt zu bringen. "Man muss sich nur einmal überlegen: Wenn die Kinder mit dem Abi fertig sind, ist ihre Mutter schon Mitte 80, das wünscht man doch niemandem."

Trotzdem denkt er, dass es jeder Frau selbst überlassen werden sollte, wann sie ein Kind auf die Welt bringt. Gesetze seien hier fehl am Platz.

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