"Es profitieren alle"

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Das Projekt Gemeinschaftsschule der grün-roten Landesregierung erntet nicht nur Beifall. Grund genug für den "Roten Montag" - die Gesprächsrunde der Göppinger SPD - sich praxisnah zu informieren. Holger Kißling, Lehrer an der Gemeinschaftsschule in Bad Boll und GEW-Kreisvorstand, findet die Reform längst überfällig: "Wir sind auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen und können uns Bildungsverlierer nicht leisten." Besonders die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Stellung der Eltern sei äußerst ungerecht. Das dreigliedrige, herkömmliche Schulsystem könne die erforderliche Chancengerechtigkeit nicht gewährleisten und werde in Teilen von den Eltern nicht mehr akzeptiert. "Die Gemeinschaftsschule nimmt niemandem etwas weg, im Gegenteil: Es profitieren alle", erklärte Kißling und hob hervor, dass er es für besonders wichtig halte, dass kein Kind weggeschickt werde.

Wo schnellere und langsamere Schüler zusammen lernen, sei individualisiertes Lernen angesagt. Bettina Brecht, die an der Eislinger Silcherschule neuere Lernformen praktiziert, machte deutlich, dass mit selbst organisiertem Lernen und individuellen Wochenplänen die Verantwortung der Schüler gestärkt werde. Wo nicht mehr ausgesondert und "abgeschult", sondern der Einzelne gestärkt und gefördert werde, entstehe ein positiveres Lernklima, zeigte sich Brecht zufrieden. Für die Lehrer, so räumten die Sprecher ein, sei der zeitliche Aufwand in dieser Startphase beträchtlich. Umso enttäuschter zeigten sie sich von der Weigerung der Landesregierung, das Projekt mit mehr Lehrerstunden auszustatten.

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