"Es gibt ein Leben vor dem Tod"

Wie kann das Leben bis zum Schluss lebenswert sein? Das ist die Leitfrage der Göppinger Hospiztage. Fünf Veranstaltungen stehen auf dem Plan.

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Die Göppinger Hospiztage sind seit Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Mitarbeiter der Hospizarbeit, aber auch Menschen, die privat mit der Schnittstelle von Leben und Sterben zu tun haben - etwa als Angehörige schwer Kranker. Das Spektrum reichte in den vergangenen Jahren von Nahtoderfahrungen bis hin zu Jenseitsvorstellungen verschiedener Kulturen. In diesem Jahr lautetet die Überschrift: "Es gibt ein Leben vor dem Tod". Vom 16. bis 28. März wird also ein anderer Blickwinkel eröffnet, wie Pfarrer Michael Kröner erklärt. Als Vorsitzender des Hospizvereins zählt er zu den Organisatoren. "Wie sieht ein lebenswertes Leben bis zum Schluss aus?" Das ist die zentrale Fragestellung. Denn vor einem gelingenden Sterben stehe ja immer auch ein gelingendes Leben, ergänzt Petra Csiky, Einsatzleiterin des Hospizvereins.

Vor allem im Rückblick wird vielen Menschen am Schluss ihres Daseins klar, dass sie sich zu wenig um das Leben gekümmert haben, als sie noch gesund waren. Viele verschieben ihre Träume und Wünsche, bis sie von einer Krankheit bei sich selber oder bei nahen Angehörigen überrascht werden.

Den Anfang der Veranstaltungsreihe macht am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr, in der Volkshochschule der Film "Marias letzte Reise". Der preisgekrönte Streifen mit Monica Bleibtreu begleitetet die todkranke 71-jährige Maria Stadler auf ihren letzten Tagen. Die möchte sie nicht in der Klinik, sondern auf ihrem Hof mit Blumen, Bäumen und Büchern verbringen. Es gelingt ihr, manches in Ordnung zu bringen, was zuvor in ihrem Leben aus dem Lot geraten war.

Der Vortrag unter dem Titel "Dem Leben nochmals Farbe schenken" schließt sich am Montag, 19. März, um 19 Uhr im Pavillon der evangelischen Stadtkirche an. Es geht um die Frage, was Kunsttherapie in der Palliativmedizin leisten kann. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Fachkräfte, er ist auch für Angehörige geeignet, die daran interessiert sind, zu erfahren, welche Fülle das Leben bis zum Schluss bieten kann, erklären Kröner und Csiky.

Am 21. März um 19.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus St. Maria geht der Tübinger Professor Wolfram Kurz der Frage nach, "Wie Leben geht, wenn es gut geht". Er leitet ein Institut für Logotherapie, kümmert sich also um den Sinn (Logos) des Lebens. In seinem Vortrag wird er die alte Frage nach der Lebenskunst neu beleuchten. "Es lohnt sich, schon darüber nachzudenken, ohne krank zu sein", sagt Michael Kröner und zeigt, dass dieser Vortrag auch für ein breiteres Publikum geeignet ist.

Das gilt auch für das Podiumsgespräch am Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr unter der Überschrift "Leben bis zuletzt. . .". Dann geht es um Erfahrungen von und mit Menschen, die am Ende stehen und erfüllte Tage erleben. Die Moderation hat Joachim Beck, Direktor der evangelischen Akademie Bad Boll. Zwischen den Gesprächsrunden gibt es musikalische Impulse von Gerhard Schaufler am Tenorsaxophon.

Die Abschlussveranstaltung ist am 28. März um 19.30 Uhr in der Stadtkirche das Konzert "Jauchzet Gott in allen Landen. . .". Ergänzt werden lebensbejahende Stücke verschiedener Komponisten von Lesungen aus den "Brautbriefen" zwischen Dietrich Bonhoeffer und seiner Verlobten Maria.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, es wird aber um eine Spenden gebeten.

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