"Erfolgsgeschichte 2011"

Von einer "Erfolgsgeschichte 2011" sprach der Chef der Göppinger Arbeitsagentur bei der Bilanz-Pressekonferenz. Die Arbeitslosigkeit konnte deutlich gesenkt werden, und die Aussichten sind nicht schlecht.

|

So freundlich wie das Wetter präsentierten sich gestern auch die Zahlen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt 2011 und die Aussichten auf das Jahr 2012, die Martin Scheel, der Chef der Göppinger Arbeitsagentur, im Rahmen einer Pressekonferenz vorlegte. Die gute wirtschaftliche Entwicklung im Lande habe dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Göppinger Agentur - dazu zählen die Landkreise Esslingen und Göppingen, überdurchschnittlich reduziert wurde. 18,2 Prozent oder 3700 Menschen weniger waren arbeitslos im Vergleich zum Vorjahr (Land minus 16,8 und Bund minus 8,1 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk gab Scheel mit 258 234 an, 2010 waren es 253 500 Menschen. Damit gibt es wieder so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie vor der Krise.

Die Arbeitslosenquote lag 2011 im Bezirk durchschnittlich bei 4,1 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent). 16 589 Männer und Frauen waren im Jahresdurchschnitt bei der Agentur und den beiden Job-Centern in den genannten Landkreisen als arbeitslos gemeldet. Besonders erfreulich: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Kreis Göppingen verlief besonders positiv, hier wurden 23,5 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet. Im Kreis Esslingen, der traditionell schon ein kleineres Arbeitslosenproblem hat, verminderte sich die Arbeitslosigkeit um 15 Prozent.

Fast alle Personengruppen hätten vom Aufschwung profitiert, die Männer etwas stärker, und sogar ältere Arbeitnehmer konnten wieder verstärkt in Lohn und Brot vermittelt werden. Arbeitssuchende unter 25 Lebensjahren waren die Hauptgewinner, hier sank die Arbeitslosigkeit um 30 Prozent, lediglich bei schwerbehinderten Menschen gab es eine Zunahme um 1,9 Prozent. Über den guten Ausbildungsmarkt wurde bereits berichtet.

Auch die konjukturelle Kurzarbeit - ein Indikator für die wirtschaftliche Situation - habe sich wieder auf Normalmaß eingependelt, ergänzte Bettina Münz, die Stellvertreterin von Scheel. Gleiches gelte für die Zahl an Transfergesellschaften. Saisonale Kurzarbeit, bedingt durch Winterwetter, sei momentan in rund 800 Baubetrieben angesetzt. Auch die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt weist die insgesamt positive Entwicklung aus. Seit Jahresbeginn 2011 gab es im Agenturbezirk 54 684 Zugänge von Arbeitslosen; gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind das 7321 Meldungen (minus 11,8 Prozent) weniger. 21 959 Personen meldeten sich unmittelbar aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das sind 2103 Personen weniger (minus 8,7 Prozent) als in 2010. Demgegenüber standen 58 364 Abmeldungen von Arbeitslosen. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Abnahme um 5677 Abmeldungen (minus 8,9 Pro- zent). ln Erwerbstätigkeit meldeten sich 20 620 arbeitslose Personen ab, das sind 2226 (minus 9,7 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt schlägt sich solch ein Bestand rund 3,2-mal um, berichtete Martin Scheel, was darauf hinweist, dass die Mitarbeiter der Agentur satt zu tun hatten.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit in beiden sogenannten Rechtskreisen zurückgegangen ist, also auch bei den Menschen, die von den Job-Centern (Sozialgesetzbuch II) betreut werden. Und wenn die Zahl der Arbeitslosen sinkt, dann steigt in aller Regel die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag 2011 im Schnitt bei 6855, das sind 58,9 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Im Jahresverlauf, so Scheel, seien insgesamt 28 218 Stellen gemeldet worden, 6931 oder 32,6 Prozent mehr als 2010. Die Zeitarbeitsfirmen hatten mit 41 Prozent den größten Anteil an den gemeldeten Stellen.

Über die Qualität dieser Arbeitsplätze sagen diese Zahlen natürlich nichts aus. Martin Scheel versicherte aber, dass lediglich Stellen vermittelt würden, die den arbeitsmarktrechtlichen Voraussetzungen entsprächen. Die Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt gelang zunehmend ohne finanzielle Unterstützung, und auch die Lohnersatzleistungen nahmen ab. Zunehmend setzt die Arbeitsverwaltung auf Netzwerke, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Auf diese Weise wurden beispielsweise auch spanische Fachkräfte angeworben. Als Instrumente zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit würden weiterhin Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, informierte Scheel, der durchaus auch ein positives Bild - trotz Eintrübungstendenzen - für die kommenden Monate zeichnete.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Suche nach der Brandursache in Hausener Lagerhalle

Mit einem Großaufgebot bekämpfte die Feuerwehr Bad Überkingen den Brand in einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Hausen am Freitagabend. 2000 Liter Diesel entzündeten sich. weiter lesen