„Die Vorteile haben nicht überwogen“

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Volksbank-Vorstand Dr. Lukas Kuhn  Foto: 

Einen Tag nach der Nachricht, dass die geplante Fusion zwischen den Volksbanken Göppingen und Stuttgart geplatzt ist, äußert sich Dr. Lukas Kuhn, zusammen mit Hermann Sonnenschein Vorstand in Göppingen, konkreter zu den Gründen für das Aus. „Wenn zwei Partner eine strategische Fusion eingehen wollen, ist es viel schwieriger, ein gemeinsames Zielbild zu finden, als wenn es um eine Muss-Fusion geht“, sagt Kuhn. Das heißt: Beide Seiten hätten aus wirtschaftlicher Sicht keinen Druck für das Zusammengehen gehabt und jeweils ihre Wünsche in die Waagschale geworfen. Fazit: „Die Vorteile für eine Fusion haben nicht überwogen.“

Störfeuer von außen, in erster Linie der Brandbrief des Ex-Vorstandssprechers Dr. Peter Aubin, hätten zwar für Unruhe gesorgt, seien aber „definitiv nicht entscheidend“ für das Ende der Fusionsgespräche gewesen, betont Kuhn. Aubin hatte in einem Schreiben harsche Kritik an den Plänen, den beiden Vorständen sowie dem Aufsichtsrat geübt.

Kuhn räumt ein, dass er und Sonnenschein im Sommer sehr euphorisch und optimistisch in die Verhandlungen gestartet sind. „Dann geht man eben in die Details und stellt fest: Es gibt Sand im Getriebe“, sagt er. Der Vorstand betont aber, dass stets von „ergebnisoffenen“ Gesprächen die Rede gewesen sei. Nach Vorliegen aller Informationen sei man zu dem Schluss gekommen, dass es nicht passt. Daran habe auch mehr Zeit nichts geändert. Nichtsdestotrotz wollen die Volksbank Göppingen und Stuttgart enger zusammenarbeiten, um Synergieeffekte zu erzielen.

Konkreter will Kuhn nicht werden – auch in Absprache mit den Stuttgartern. „Wir wollen ja fusionsoffen bleiben gegenüber Dritten.“ Die Hochzeit mit Stuttgart sei ad acta gelegt, aber einen neuen Partner zu suchen, das kann sich der Göppinger Vorstand durchaus vorstellen. „Aber nicht jetzt. Jetzt lautet das Primat, dass wir uns auf uns konzentrieren.“ Wobei Kuhn den Zeitpunkt für eine solche strategische Fusion passend gefunden hätte. Jetzt, da es der Volksbank Göppingen gut gehe, die Rahmenbedingungen jedoch schwierig seien und blieben. „Eine große Lern- und Veränderungsbereitschaft in der Unternehmenskultur ist daher entscheidend für die Zukunft“, gibt er die Marschroute vor. „Daran müssen wir arbeiten.“

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