"Der Besuch der alten Dame" - grandios gespielt

Mit einer überzeugenden Inszenierung spielte sich das Ensemble des Theaterclubs Sulz in die Herzen der Besucher im gut besuchten Alten E-Werk. Dürrenmatts Ansinnen wurde erhellend zum Ausdruck gebracht.

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  • Die Gemeinde Güllen übt sich in Willkommenskultur. Mit einer überzeugenden Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Klassiker "Der Besuch der alten Dame" wartete das junge Ensemble des Theaterclubs aus Sulz am Neckar bei den Göppinger Theatertagen im Alten E-Werk auf. 1/6
    Die Gemeinde Güllen übt sich in Willkommenskultur. Mit einer überzeugenden Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Klassiker "Der Besuch der alten Dame" wartete das junge Ensemble des Theaterclubs aus Sulz am Neckar bei den Göppinger Theatertagen im Alten E-Werk auf. Foto: 
  • Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. 2/6
    Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. Foto: 
  • Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. 3/6
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  • Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. 4/6
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  • Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. 5/6
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    Der Theaterclub Sulz zeigte "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. Foto: 
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Das Grundthema aller Stücke Friedrich Dürrenmatts ist, den Standort des Menschen zu bestimmen. Mit der tragischen Komödie "Der Besuch der alten Dame" machte sich der Theaterclub Sulz am Neckar auf Standortsuche und ist dank einer grandios gespielten Inszenierung fündig geworden.

Die vielfache Milliardärin Claire Zachanassian kommt in ihre völlig verarmte Heimatstadt Güllen zurück. Sie will sich an der Vergangenheit rächen und Gerechtigkeit erkaufen. Sie bietet der Gemeinde die Summe von einer Milliarde und fordert dafür den Kopf von Alfred Ill, ihrer früheren Jugendliebe, der sie verlassen hat, als sie von ihm schwanger wurde. Von der spießigen Güllener Gesellschaft wurde sie als Hure aus der Stadt gejagt.

Natürlich weigert sich der Bürgermeister, das Geld unter der unmoralischen Bedingung eines "Gerechtigkeits-Mordes" anzunehmen, doch die Bürger fangen bereits an, auf großem Fuße zu leben, Anschaffungen zu machen, besser zu essen und zu trinken, derweil der Pfarrer auf einem Grabstein schon mal ein Kreuz installiert, neue Kirchenglocken bestellt und der von Claire als "Reisegepäck" mitgebrachte Sarg mit Blumen geschmückt wird. Zwar ruft das Volk dem Alfred Ill anfangs noch zu "Wir halten zu Euch, todsicher!". Doch bald darauf fordern sie ihn auf, sich für die Gemeinschaft zu opfern.

Die Presse wird informiert, die Spende sei durch Vermittlung von Ill zustande gekommen. Ihm "zu Ehren" wird eine Feier inszeniert. Die Bürger bilden eine Gasse, die sich um Ill schließt. Als sie sich wieder öffnet, liegt er tot am Boden. Claire Zachanassian gibt sich zufrieden: "Ich habe meinen Geliebten gefunden." Die Stadt ist reich.

Unter der Regie von Ursula Weber erlebten die Besucher im Alten E-Werk eine mit Wucht und Dynamik gespielte Aufführung. Die Theaterclub-Akteure verstanden es blendend, Dürrenmatts mit gallenbitterem Humor unterlegte Farce auf die doppelte Moral erhellend zum Ausdruck zu bringen und zudem von Beginn an eine fesselnde Spannung aufzubauen.

Da verbietet es sich geradezu, die beiden Hauptdarsteller besonders zu erwähnen, gingen doch auch alle anderen zwölf Mitglieder dieses jungen Ensembles höchst spielfreudig, textsicher und sprachlich gewandt zu Werke.

Großer Beifall für eine Amateurtheater-Aufführung von Rang, die ohne Zweifel zu einem der Höhepunkte der Theatertage zu zählen sein wird.

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