"40 Jahre Automobil prägen"

Ein langes Berufsleben und viele Erfahrungen liegen hinter Klaus Heschke. Seine wichtigste: die menschliche Würde achten. In der Reihe "LebensWerk" der VHS Göppingen gab er Einblicke und sparte auch nicht mit Ehrlichkeit.

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Klaus Heschke über seine Karriere: Ich war ein Spätstarter. Foto: Margit Haas

Er kann lebendig erzählen und er hat etwas zu erzählen: Klaus Heschke, seit zehn Jahren Obermeister der Kfz-Innung, Prokurist bei der Firma Hahn und zuletzt Geschäftsführer des Porschezentrums Göppingen. "40 Jahre Automobil prägen", stellte er in der Volkshochschule Göppingen fest. In seinem facettenreichen Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe "LebensWerk", der mehr Zuhörer verdient hätte, stellte der 70-Jährige zunächst seinen beruflichen Werdegang vor, von der Lehre als Groß- und Einzelhandelskaufmann in den sechziger Jahren in Stuttgart bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand.

"Ich war ein Spätstarter", räumte er ein und forderte junge Menschen auf: "Geben Sie nicht auf. Es gibt immer noch einmal eine Chance." Heschke hatte schnell beruflichen Erfolg, war mit gerade einmal 25 Jahren der jüngste Lkw-Gebietsverkäufer in Stuttgart und schon bald Prokurist. Der schnelle Aufstieg sei nicht unproblematisch gewesen. "Als junger Mensch muss man lernen, mit Macht umzugehen und sie richtig einzusetzen." Und dann kommt der Satz, den er als Lebensmaxime gewählt hat: "Der Mensch steht immer entscheidend im Vordergrund und über allem darf man die menschliche Würde nicht vergessen." Ihm ist das offensichtlich gelungen und er ist stolz darauf, dass er in seinem ganzen Berufsleben nur einmal den Weg zum Arbeitsgericht wählen musste. Der faire Umgang mit den Mitarbeitern sei in schwierigen Zeiten Gewähr dafür gewesen, das Autohaus durch alle Krisen in der Spur zu halten. Klaus Heschke räumt ein, dass die Arbeitswelt heute anders funktioniert, plaudert aus dem Nähkästchen, wenn er von Begegnungen mit Managern der Automobilindustrie erzählt, übt überhaupt Kritik an den Konzernen, die regelmäßig mit neuen Vorgaben kommen, immer auf Kosten der Händler. "Ich durfte nicht einmal die Farbe meines Schreibtisches selbst wählen." Oft sei er sich vorgekommen wie ein Leibeigener.

Beim Blick in die Zukunft ist er sicher, dass weitere, gerade mittelgroße Autohäuser auf der Strecke bleiben werden. Zurzeit seien die Konzerne "mit ziemlicher Brutalität unterwegs", um den Leitern der Autohäuser die Schreckensnachricht der Schließung zu überbringen - auch wenn die sich 40 Jahre lang für die Automarke verkämpft hätten. Immer schwieriger werde auch das Neuwagengeschäft, das von einer nie da gewesenen Rabattschlacht geprägt sei. Gleichwohl werde das Auto immer die Nummer eins beim Thema Mobilität bleiben. Sei es doch des Deutschen liebstes Kind und nicht zuletzt das Statussymbol.

Info In ihrer Reihe "LebensWerk" lässt die Volkshochschule Göppingen erfolgreiche Unternehmer und Persönlichkeiten zu Wort kommen, die bei einem Vortrag ihr Lebenswerk und ihr Unternehmen vorstellen. Gäste waren unter anderem Ulrich Kumpf, Ulrich Weiß und oder Peter Zimmermann.

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