Wo das Wort zum Bild wird

Göppingen.  Worte, Sprache sind die Bild- gegenstände von Pietro Sanguineti. Der Künstler stellt seine Arbeiten vom 14. März bis zum 2. Mai in der Einzelausstellung "The Center" in der Kunsthalle Göppingen aus.

Manche der Worte, die bei Pietro Sanguineti zu Bildern werden, haben eine modische Allgegenwart - etwa "super". Andere Begriffe eröffnen ein Assoziationsfeld, in das sich viele Bedeutungen einbringen lassen, wie zum Beispiel "fantasy". Manche Worte haben einen stark psychischen, unterbewussten Signalwert - zum Beispiel "stopp". Doch wenige Worte haben es wie "love" zum Mythos gebracht für ein Lebensgefühl, das über Generationen hinweg immer wieder andere Vorstellungen in vier Buchstaben bindet. Solche Worte haben sich prägnant und vieldeutig als Bilder in unser Gedächtnis eingebrannt.

Pietro Sanguineti (geboren 1965) lebt und arbeitet in Berlin. Studiert hat er an der Kunstakademie in Stuttgart, vor allem bei Joseph Kosuth, einem der führenden Künstler der amerikanischen Konzeptkunst.

Worte, Sprache sind die geistige Materie, und die Buchstaben geben den Wortskulpturen von Pietro Sanguineti die für jedermann erkennbare Form. Sanguineti sieht seine Kunst von der Kunst des 20. Jahrhunderts her, vom Sprachgebrauch der Pop Art, vom Sprachklang des Hip Hop, vom Signalcharakter, den Graffitis (street art). Seine Wortskulpturen zielen auf die bildliche wie die physische Gegenwart der Worte im Raum.

In den animierten Videos bringt Pietro Sanguineti Worte in Bewegung - "now" wirbelt durch den virtuellen Äther und gewinnt Zeit und Raum. Die Ideen finden ihre Form und Lebendigkeit im Computer, werden in diesem Medium zur Energie konstruktiver Fantasie. In der Ausstellung bewegen sich die Betrachter in der Sphäre solcher Worte, in Form, Farbe, Licht und Material so sprechend wie in ihrer Typografie.

Zur Einführung am Sonntag ab 18 Uhr spricht der freie Kurator Christian Gögger.

In einer zweiten Ausstellung im Kunstkabinett "C 1" zeigt die Kunsthalle die Video-Arbeit "Mit Yoko Ono als Idee unter der Autobahn zur Hölle", eine filmische Stegreif-Moritat von Sebastian Neubauer und Per Olaf Schmidt. Unter einer unwirtlichen Autobahnbrücke stimmt ein junger Gitarrist mit einer Mischung aus Inbrunst und Stoizismus ein Lied an. Das Video zeigt auch den Songtext, der die spezielle Poesie und Visualität der Karaoke-Kultur aufnimmt. Es geht um die große Yoko Ono, die mit ihrer persönlichen Haltung, mit visionären Ideen, künstlerisch und politisch einer ganzen Generation zum Vorbild wurde. Die Installation drückt die Verwunderung darüber aus, wie fremd und fadenscheinig einst noch so schlagkräftige Ideen, Ideale und Helden einer nachfolgenden Generation erscheinen können. Letztlich geht es um die Frage nach der Verfallszeit aller Illusionen.

Per Olaf Schmidt (*1984) lebt und arbeitet in Berlin. Sebastian Neubauer (*1980) ist Stipendiat des "Atelierstipendium Villa Minimo" des Kunstverein Hannover.

Info

Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 13-19 Uhr,

Sa. und So. 11-19 Uhr sowie nach

Vereinbarung

Ausstellungsdauer: bis 2. Mai www.kunsthalle-goeppingen.de


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


11.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr