"Wer nicht forscht, bleibt dumm"
Göppingen. Eine Zwölfjährige vom Hohenstaufen-Gymnasium hat den Schulranzen-Gewichtstest bei Grundschülern gemacht. Mit ihrem Thema tritt sie demnächst beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" auf.
Nadine Weiler vom Hohenstaufen-Gymnasium in Göppingen kennt die Probleme, die so mancher Schüler hat. Beim Wettbewerb "Jugend forscht" traf sie mit ihrem Thema "Schwere Schulranzen" voll ins Schwarze. Denn wie sie bei ihren Recherchen herausfand, tragen bereits Grundschüler oft einen viel zu schweren Schulranzen. Um das zu beweisen, machte sich Nadine mit einer Waage bewaffnet auf zur Grundschule Sparwiesen.
Auf ihr Thema kam die Siebtklässlerin, weil sie selber unter dem Gewicht ihrer Schultasche litt. Auch ihre Mitschüler klagten über Rückenschmerzen wegen der zu großen Belastung. Nadine fing schon vor den Sommerferien vergangenen Jahres mit ihrem Projekt an. Wie sie herausfand, empfehlen Experten, dass das Gewicht des Schulranzens nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts betragen sollte. Daraufhin wog die junge Forscherin zirka 130 Schüler der Grundschule und deren Rucksäcke. Das Gewicht des Schulranzens setzte sie ins Verhältnis zum Körpergewicht. Die erschreckende Bilanz: 85 Prozent der Kinder tragen Tag für Tag eine viel zu große Last mit sich herum. Im Durchschnitt waren die Taschen um fast ein Fünftel zu schwer. Der schwerste Ranzen wog sogar über neun Kilogramm. Dieses Gewicht dürfe eigentlich nur von einer 90 Kilogramm schweren Person getragen werden - jedoch nicht von einem Grundschüler.
Doch was ist der Grund für die schweren Taschen? "Die Schüler schleppen einfach zu viel Unnötiges mit sich herum", erklärt Nadine. Mit unnötigem Ballast meint die Gymnasiastin Schulbücher, die nicht jeden Tag benötigt werden. Ihr Tipp: Nur das Mitnehmen, was man auch wirklich braucht.
Mit ihrer Schulranzen-Untersuchung tritt Nadine Ende Februar in Künzelsau beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" an, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Auch nach Abschluss ihres Projekts will die 12-Jährige weiterhin bei "Jugend forscht" mitmachen, wie ihre große Schwester Evelyn, die zurzeit an ihrer dritten Forschung arbeitet. Ein solches Engagement ist nicht selbstverständlich, denn die Projekte nehmen viel Zeit und Ausdauer in Anspruch, meint die betreuende Lehrerin Annette Staudenmayer, die am Ho-Gy die Jugend-forscht-AG leitet: "Um am Wettbewerb erfolgreich teilzunehmen, benötigt es schon ein gewisses Durchhaltevermögen der Schüler."
Nadine erzählt: "Mir hat vor allem Spaß gemacht, Sachen, die ich mich schon immer gefragt habe, selber herauszufinden." Auf ihre selbst erarbeiteten Ergebnisse ist sie daher sehr stolz. Bei der "Jugend forscht"-AG tragen alle teilnehmenden Schüler neben Urkunden und Geldpreisen einen persönlichen Gewinn davon. "Neben Spaß am Forschen und der Teamarbeit ist das selbstständige Organisieren und Beschaffen von Daten ein hoher Gewinn für die Entwicklung der Schüler", erklärt Annette Staudenmayer.
Nadine Weiler ist nicht die einizige junge Forscherin aus dem Landkreis. Auch Schüler vom Werner-Heisenberg-Gymnsasium sind in Künzelsau vetreten. Nach dem Motto "Wer nicht forscht, bleibt dumm", haben sich Thomas Roth und Romina Höfle mit dem Thema "Tragflächen-Verwölbung" in der Strömungslehre beschäftigt.
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Autor: MONA MOLL VERENA HERWIG | 09.02.2010
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Die zwölfjährige Nadine Weiler hat für "Jugend forscht" 130 Grundschüler und ihre Rucksäcke gewogen. Das Ergebnis ist erschreckend. Foto: Giacinto Carlucci
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