Vom Umgang mit der Honigbiene
Kreis Göppingen. Süßes Gold als Brotaufstrich? Der Bezirksimkerverein Göppingen will Leckermäulern nicht nur den Honig schmackhaft machen, sondern Anfänger für die Imkerei begeistern. Ein Kurs soll dabei Starthilfe geben.
Für leidenschaftliche Imker gibt es nichts Schöneres, als Honig, ein echtes Naturprodukt, selbst herzustellen und sich beim Frühstück schmecken zu lassen. "Doch die Zahl der Imker ist rückläufig, und der einzelne Imker hält immer weniger Völker", weiß Winfried Hesse aus Ebersbach, Pressereferent beim Bezirksimkerverein Göppingen. Dieser Entwicklung wollen die Mitglieder entgegensteuern und bieten deshalb in diesem Jahr wieder einen Anfängerkurs an, in dem Interessierte das Einmaleins der Imkerei erlernen und dieses Hobby hautnah miterleben können.
Wer Lust auf eigenen Honig hat oder einfach mal in diese Freizeitbeschäftigung "hineinschnuppern" will, kann an den Samstagen, 23. Januar und 6. Februar, an einer kostenlosen theoretischen Einführung teilnehmen. "Dabei wird der richtige Umgang mit den Bienen besprochen und es werden die notwendigen Geräte vorgestellt", erklärt Winfried Hesse. Wer sich nach dieser Einführung intensiver mit der Imkerei beschäftigen will, kann anschließend bei acht praktischen Schulungen im Lehrbienenstand in Rechberghausen mitmachen. "Der Stand auf dem ehemaligen Gartenschaugelände ist jetzt unser Vereinsheim", fügt der Pressereferent hinzu. Bei den Kursen, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden, bekämen die Teilnehmer das notwendige Rüstzeug, um sich später selbstständig um Bienen kümmern zu können. Damit der Einstieg leichter fällt, soll ein Imkerpate aus der jeweiligen Ortsgruppe den Anfängern unter die Arme greifen. Der Göppinger Bezirksverein hofft, auch jüngere Leute hinter dem Ofen hervorzulocken, "denn die meisten Anfänger stehen kurz vor der Rente", beobachtet Winfried Hesse.
Wie wichtig die Imkerei für die Natur ist, untermauert der Verein mit einigen Zahlen und Fakten: Rund 80 Prozent der blühenden Pflanzen werden von Honigbienen bestäubt - ohne diese Leistung der "fleißigen Bienen" wäre unsere Landschaft deutlich weniger artenreich. "Ohne die heimischen Bienenvölker gäbe es keine Wildfrüchte, ohne Wildfrüchte keine Vögel", nennt der Verein in einer Pressemitteilung ein Beispiel. Doch die Zahl der Bienenvölker nehme stetig ab, allein in Baden-Württemberg sei die Zahl von etwa 80 000 im Jahr 1991 bis heute auf rund 51 500 zurückgegangen. Und eine Ursache für diesen Trend sei eben die rückläufige Zahl der Imker. Die Mitglieder des Bezirksimkervereins hoffen deshalb, dass sich viele Interessierte finden, "um der Natur aktiv zu helfen und gleichzeitig leckeren Honig zu ernten". Denn die Imker sind sich einig: "Der eigene Honig schmeckt immer noch am besten."
Info
Die theoretischen Einführungskurse finden am 23. Januar und 6. Februar, jeweils von 13 bis 17 Uhr, im Lehrbienenstand auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Rechberghausen statt. Weitere Informationen und Anmeldung beim Kursleiter Roland Erker, Telefon: (07165) 8478 oder per E-Mail roland.erker@gmx.de; Infos im Internet unter www.imkerverein-goeppingen.de
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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 08.01.2010
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Der Bezirksimkerverein präsentierte sich bei der Gartenschau in Rechberghausen und hat auf dem Gelände jetzt sein Vereinsheim. Foto: Privat
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