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Uhinger Autohaus Vogel ist zahlungsunfähig

Die Uhinger Autohaus Peter Vogel GmbH soll Opfer eines Millionenbetrugs geworden sein und ist zahlungsunfähig. Am Donnerstag hat das Amtsgericht Göppingen das Insolvenzverfahren eröffnet.

KARIN TUTAS |

Er hat sich als Sponsor des Sports im Landkreis profiliert und seit Jahren die NWZ-Aktion „Gute Taten“ großzügig unterstützt. Nun ist Peter Vogel, Geschäftsführer der Autohaus Peter Vogel GmbH in Uhingen, selbst in Nöte geraten. Die GmbH ist zahlungsunfähig. Am Donnerstag hat das Amtsgericht Göppingen das Insolvenzverfahren eröffnet. Zu dem 1984 von Peter Vogel gegründeten Unternehmen gehört neben dem Autohaus mit Kfz-Werkstatt in Uhingen, das neben Renault die Marken Dacia, Mitsubishi und Isuzu vertreibt, auch ein Gebrauchtwagenzentrum in Göppingen. Europaweit habe er jährlich bis zu 2000 Fahrzeuge verkauft, erklärt Vogel. Weniger der schwächelnde Automarkt habe den Händler in die Bredouille gebracht. Zwar sei der Autoverkauf eine Zeit lang eher schleppend gelaufen, aber „zurzeit läuft es besser denn je“, betont Vogel. Ursache des Liquiditätsengpasses sei vielmehr ein Millionenbetrug an dem Uhinger Unternehmen.

„Ein Mitarbeiter, der 28 Jahre bei mir gearbeitet hat, hat uns über Jahre hinweg betrogen“, sagt der Geschäftsführer, der den Schaden für das Unternehmen auf „zwei bis drei Millionen Euro“ beziffert. Im September habe man den Schwindel bemerkt, die Sache liege inzwischen bei der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft Ulm bestätigt die Ermittlungen gegen den früheren Mitarbeiter des Autohauses. „Ob eine Straftat nachgewiesen werden kann, ist derzeit völlig offen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Bischofberger. Vogel sagt, er habe versucht, den finanziellen Engpass durch Kredite zu überbrücken, „wir haben bis zum Schluss Geld reingepumpt“. Dann aber hätten ihn die Banken, „mit denen wir bisher ein gutes Einvernehmen hatten“, im Stich gelassen, sagt Vogel bitter und fügt hinzu: „Wir hätten eine echte Chance gehabt, wenn alle mitgespielt hätten.“ Um seiner 27 Mitarbeiter willen – „das wichtigste war mir, Schaden von ihnen abzuwenden“ – habe er nun den Insolvenzantrag gestellt.

„Herr Vogel hat den Antrag sehr frühzeitig gestellt“, bestätigt der zum Insolvenzverwalter bestellte Stuttgarter Rechtsanwalt Marcus Winkler. Priorität hat für den Wirtschaftsrechtler zunächst, gemeinsam mit Vogel, der weiterhin Geschäftsführer ist, den laufenden Betrieb zu stabilisieren. Sobald er sich einen Überblick über die Insolvenzmasse verschafft habe, werde er mit den Banken Kontakt aufnehmen. Ziel des Rechtsanwalts ist es, den Betrieb auch nach dem Insolvenzverfahren fortzuführen. Nach einem ersten Überblick meint Winkler: „Ich sehe gute Voraussetzungen für eine Betriebsfortführung.“


Seit fast 30 Jahren in Uhingen

1984 hat Peter Vogel sein Autohaus in Uhingen eröffnet. Gestartet ist das Unternehmen mit der Marke Renault. 2007 wurde das Fahrzeugangebot um die Marke Mitsubishi erweitert, zwei Jahre später folgten Isuzu und schließlich Dacia.

Das Autohaus mit insgesamt 27 Mitarbeitern ist europaweit tätig und hat nach Angaben des Geschäftsführers Peter Vogel jährlich bis zu 2000 Fahrzeuge verkauft.

Der Unternehmer engagierte sich auch als Sponsor von Sportlern und für die NWZ-Aktion „Gute Taten“.

Das Insolvenzverfahren wurde vor zwei Tagen eröffnet. Der Betrieb läuft weiter.

Insolvenzverwalter Marcus Winkler sieht gute Voraussetzungen, um den Betrieb auch nach Abschluss des Insolvenzverfahrens fortzusetzen.

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