Sanierungs-Stau im Landratsamt
Der Brandschutz im Landratsamt ist nicht mehr ausreichend. Nun bewilligte der Verwaltungsausschuss 100 000 Euro für zwei Gutachten, unter anderem auch für die Gesamtentwicklung der Behörde.
Autor: CHRISTINE BÖHM |Landratsamt 2015 - unter diesem Stichwort diskutierten die Kreisräte im Verwaltungsausschuss des Kreistags über die Zukunft des Verwaltungsgebäudes der Behörde in Göppingen. Probleme machen die Bausubstanz, der Brandschutz und die Parkplätze. 100 000 Euro haben die Räte jetzt freigegeben, damit die Verwaltung zwei Gutachten in Auftrag geben kann - eins zum Brandschutz und ein weiteres für ein Gesamtkonzept, das auch die anderen Problembereiche abdeckt. "Wir sollten jetzt den Prozess starten, der sich über Jahre ziehen wird", sagte Landrat Edgar Wolff. Eine Arbeitsgruppe hatte vorab geschaut, was am Gebäude alles zu tun wäre. Die Projektgruppe "Landratsamt 2015" erkannte, dass die räumliche Weiterentwicklung nicht ohne das Thema Brandschutz diskutiert werden kann und forderte von der Verwaltung, bei dieser Schwachstelle zuerst zu handeln.
Im Hauptgebäude der Kreisbehörde arbeiten rund 400 Mitarbeiter, zudem besuchen täglich rund 700 Personen das Gebäude. Das ist inzwischen 44 Jahre alt und hat an mehreren Stellen Mängel. Decken, Böden, Möbel, aber auch die Infrastruktur in den Sitzungssälen und die sanitären Anlagen sollen erneuert werden. Seit mehreren Jahren will die Verwaltung handeln. In den Vorberichten zur Haushaltsplanung wurde immer wieder auf den schlechten Zustand der Gebäude hingewiesen.
Die Baurechtsbehörde der Stadt Göppingen, die für das Hauptgebäude zuständig ist, hatte bereits eine Vielzahl von erheblichen Mängeln entdeckt. "Die sind gerade einmal bis zum Erdgeschoss gekommen", sagte Hauptamtsleiterin Brigitte Kreß den Räten. Deswegen forderte die Stadt ein Brandschutzgutachten. Zudem hat sich Nässe in den Decken angesammelt und an manchen Stellen ist auch schon eine Decke eingestürzt, wie Kreß mit Fotos verdeutlichte. Auch die Sitzungssäle seien seit Jahren nicht mehr saniert worden. Auf dem Besucher- und dem Mitarbeiterparkplatz komme es immer wieder zu Problemen, weil es zu wenig Platz gebe, gab die Hauptamtsleiterin zu bedenken. Kunden hätten sich schon häufig beschwert.
In der anschließenden Diskussion wurden auch kritische Stimmen laut. Peter Feige (SPD): "Wir haben zu lange zu wenig investiert." Der Sozialdemokrat kann sich vorstellen, dass ein neues Parkhaus neben dem Landratsamt errichtet wird, das ein Externer betreibt. "Wir brauchen etwas sinnvolles Ganzes", sagte Wolff. Den Brandschutz bezeichnete er als "alternativlos". Rudi Bührle (Freie Wähler) sagte dazu, dass es schon fünf nach zwölf sei. Wolfgang Rapp (CDU): "Der Vortrag von Frau Kreß wäre kürzer gewesen, wenn sie gezeigt hätte, was noch gut ist." Er fragte nach einem zeitlichen und inhaltlichen Ziel. "Wir brauchen kein externes Büro für ein Gutachten zu den Decken und Schränken", sagte Werner Stöckle von den Freien Wählern. Er forderte, zuerst eigene Mitarbeiter entscheiden zu lassen, was wo benötigt wird. Jürgen Hamann (Grüne) setzte sich dafür ein, "auf die Bremse zu treten". Er meinte, man sollte zuerst einen ersten Schritt machen und dann weitersehen. Zudem sagte Hamann, die Parksituation habe sich doch sicherlich verbessert, seit das Landratsamt die Öffnungszeiten ausgeweitete habe.
Wolff: "Der erste Schritt entscheidet darüber, ob es ein gutes Projekt wird." Nun sollen zwei Gutachten - für den Brandschutz in Höhe von rund 40 000 Euro und für weitere Lösungen in Höhe von 30 000 Euro - in Auftrag gegeben werden.
Ob die Mängel bis zum Jahr 2015 alle zu beheben sind, stellte Kämmerer Günter Stolz in Frage. "Es war eher eine willkürlich gewählte Zahl. Wir wollten ein Signal setzen."




