Pflegestützpunkt für den Landkreis eröffnet

Göppingen.  Der Pflegestützpunkt für den Landkreis Göppingen soll künftig als zentrale Anlaufstelle für Rat- und Hilfesuchende zur Verfügung stehen. Gestern wurde er im Landratsamt feierlich eröffnet.

Das Thema Pflege wird in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger. Da das Pflegerisiko mit dem Alter steigt, nimmt auch die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Der Landkreis Göppingen hat aus diesem Grund im Kreissozialamt einen zentralen Pflegestützpunkt eingerichtet. Dort sollen Rat- und Hilfesuchende künftig eine neutrale Auskunft zum Thema Pflege erhalten.

Bei der feierlichen Eröffnung am Montagmorgen vor 240 Gästen im Hohenstaufensaal des Landratsamts sagte Landrat Edgar Wolff: "Wir erleben heute ein für den Kreis Göppingen und für seine soziale Infrastruktur wichtiges Ereignis". In der zentralen Anlaufstelle sollen viele Fäden zusammen laufen. Beteiligt seien die Kranken- und Pflegekassen als Kooperationspartner sowie die Leistungserbringer und Beratungsstellen. "Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden entsteht eine neue Servicestelle für Bedürftige und ihre Angehörigen", betonte der Landrat. Die Einrichtung des Stützpunktes sei die Antwort auf den demographischen Wandel, der nicht zu unterschätzen sei. Die Zahl der gegenwärtig rund 5000 Menschen im Kreis, die Pflege benötigen, wachse bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent. "Von den pflegebedürftigen Menschen werden heute noch mehr als zwei Drittel zu Hause versorgt. Die familiären Potenziale in der häuslichen Pflege gehen jedoch deutlich spürbar zurück", sagte Wolff. Man müsse aus diesem Grund alles dafür tun, um die Versorgungsebene mit qualifizierten Beratungs- und Hilfsangeboten zu stabilisieren und zu erhalten. "Der Pflegestützpunkt leistet dabei einen wichtigen Beitrag", erklärte der Landrat.

Drei Leitgedanken fließen in die Konzeption der Anlaufstelle ein, wie Wolff betonte: "Zum einen wollen wir die ambulante Versorgung stärken und die bereits vorhandenen Beratungsangebote mit in unsere Arbeit einbeziehen." Zudem baue man auf eine enge Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Landkreis. "Zu den Aufgaben des Stützpunktes gehören eine wettbewerbsneutrale, umfassende und kompetente Auskunft sowie die Beratung zu den gesetzlichen Ansprüchen und Angeboten", erklärte Wolff. Ebenso finden die Betroffenen Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen. Darüber hinaus wolle die Anlaufstelle gezielte Präventionmaßnahmen erarbeiten.

Zwei Mitarbeiterinnen werden künftig für den Pflegestützpunkt verantwortlich sein: Brigitte Krüger-Wiegmann und Heike Kuhn. Beide sind mit der Krankenpflege und der Beratung von Patienten und deren Angehörigen vertraut. "Der Pflegestützpunkt ist für mich wie ein junges Bäumchen. Wir werden unser möglichstes tun, damit es sich gut entwickeln kann", sagte Krüger-Wiegmann. Dass die neue Anlaufstelle nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten stehen soll, sondern eine Vernetzung ermöglichen wolle, betonte die gelernte Krankenschwester: "Ein erfahrener Gärtner pflanzt das Bäumchen so, dass es keinem anderen das Licht nimmt." In diesem Sinne baue der Pflegestützpunkt auf eine gute Zusammenarbeit. Man wolle Parallelstrukturen vermeiden.

Der Pflegestützpunkt erhält eine einmalige Anschubfinanzierung von 50.000 Euro. Für den laufenden Betrieb beträgt das Budget maximal 80.000 Euro pro Jahr. Davon trägt der Landkreis ein Drittel, die Kranken- und Pflegekassen zwei Drittel.

Der Pflegestützpunkt ist erreichbar unter Telefon: (07161)2029110 oder 2029119.
Per E-Mail: pflegestuetzpunkt@landkreis-goeppingen.de


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Autor: CHRISTINE BÖHM | 01.02.2011

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