Orgel und Trompete im kecken Dialog

Rechberg.  Prof. Claude Rippas aus Zürich (Trompete) und KMD Friedrich Fröschle an der Orgel gastierten in der voll besetzten Wallfahrtskirche Hohenrechberg.

Das Jahr festlich zu beginnen - dafür ist das Konzert am Dreikönigstag in der Wallfahrtskirche auf dem Hohenrechberg der Garant. Es präsentierte Werke vom Barock über die Romantik bis hin zu modernen Spirituals-Bearbeitungen. Das ist spannend, weil das Repertoire für die Trompete klein ist, sodass die virtuos gespielten Werke allesamt Bearbeitungen waren, zum großen Teil von Prof. Rippas selber, ursprünglich komponiert für andere Instrumente.

Mit KMD Fröschle, ehemals Kantor am Ulmer Münster, hatte Rippas einen zuverlässigen, einfühlsamen, aber auch virtuos wirkenden Organisten an seiner Seite, der zum einen mit Geschick sich im Hintergrund hielt und nur begleitete, zum anderen aber auch immer wieder aus der zweiten Reihe heraustrat und solistische Parts übernahm.

In drei Solostücken zeigte er dann auch eindrucksvoll, welche wunderbaren Töne er der Orgel zu entlocken vermochte. In Bachs "Toccata F-Dur" war nicht nur Musikalität, sondern auch Technik gefragt. Auch das zweite Solostück nahm den Glanz der Werke in den Dur-Tonarten auf. Händels "Orgelkonzert B-Dur op. 4" erklang mit der gleichen feinsinnigen, intelligenten Registrierung, die immer wieder wie ein ganzes Orchester ertönte. Im dritten Solostück wechselte Fröschle in die Romantik. Mendelssohns "Sonate III A-Dur" setzte sich deutlich von der barocken Pracht der anderen Werke ab. Hier kam die Wirkung nicht so sehr von der kraftvollen, zupackenden Spielweise, als vielmehr von den langen Tönen als Orgelpunkt, weniger Tempo, als vielmehr besinnliches Innehalten.

Die Werke mit Trompetensolo waren klug gewählt. Das neue Jahr sollte festlich barock mit kraftvollen Klängen begrüßt werden. Den Auftakt dazu bildete Telemanns Sonate in D-Dur aus "Der getreue Musikmeister". Rasche Tempi, präzise ausgespielte Töne wechselten sich mit weichen, sanften Klängen des Largo ab, um dann wiederum im schnellen Allegro des Schlusssatzes auszuklingen.

Ein Kleinod im Programm, wenn auch eigenwillig in der Bearbeitung, eben in einer ganz neuen Instrumentenbesetzung, war Mozarts "Variationen über Ah, vous dirai-je, Maman". Spielerisch versonnen erklang dieses Kinderlied wie ein kecker Dialog zwischen Orgel und Trompete, dann wieder melancholisch besinnlich, rhythmisch pointiert, aber auch zart intonierend, je nach Variation, um dann die Melodie am Schluss kraftvoll ausklingen zu lassen. Den Schluss bildeten zwei Spirituals.

Das Publikum war begeistert und feierte die Akteure mit lang anhaltendem Beifall. Die Musiker bedankten sich mit zwei Zugaben.


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Autor: LILLI ELL | 09.01.2012

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