Neun Projektpartner kooperieren für E-Technik

Neun Projektpartner aus Wirtschaftsförderung, Lokalpolitik und heimischer Wirtschaft der Landkreise Göppingen und Ostalb kooperieren in Sachen Elektromobilität. Der Auftakt war in der Stadthalle Göppingen.

LEILA HAIDAR |

Vielleicht haben die rund 80 Akteure aus Wirtschaftsförderung, Lokalpolitik und heimischer Wirtschaft der Landkreise Göppingen und Ostalb kürzlich in der Göppinger Stadthalle Geschichte geschrieben. Auf jeden Fall aber haben die neun Projektpartner von "Elektromobilität im Stauferland" (Emis) und die Zuhörer, darunter etliche Fahrer strombetriebener Autos, tiefe Einblicke bekommen, wohin der technologische Wandel geht.

"Die E-Technik ist schon heute funktionstüchtig", sagte Tilmann Wilhelm. Woran es aber fehlt, so der Sprecher der NOW, einer GmbH der Bundesregierung zur Umsetzung der E-Mobilität, seien markttauglicher Kaufpreis und Akzeptanz der Bürger. Deshalb fördere NOW das lokale Emis-Projekt. Denn hier werde die Zukunft außerhalb der Ballungszentren und in topographisch anspruchsvoller Lage sicht- und erlebbar. Das Gemeinschaftsprojekt Emis verbindet die durch den Hohenstaufen mit seinen bis zu 13 Prozent Steigung getrennten Mittelzentren Göppingen und Schwäbisch Gmünd. Die Oberbürgermeister Guido Till und Richard Arnold, die mit etlichen Gemeinderäten an der Auftaktveranstaltung teilnahmen, haben sich über ihre Wirtschaftsförderer und Elektromobilitätsbeauftragten für das auf zwei Jahre angelegte Projekt stark gemacht.

Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur für E-Mobilität, führte aus, weshalb diese kommunale Verzahnung so wichtig ist. Die Lebenszyklen von Handys etwa, die mit intelligenten Autos kommunizieren, lägen bei zwei, drei Jahren. Auch das Auto werde nach sechs Jahren ersetzt. Die kommunale Infrastruktur an Gebäuden und Straßen mit ihrer komplexen Versorgungstechnologie dagegen sei auf 30 und mehr Jahre ausgerichtet. "Da ist es hilfreich, wenn Stadtplaner und kommunale Energieversorger einen Gesamtplan von der Zukunft haben. Denn die Weichen werden jetzt gestellt", sagte Loogen. Das beginne bei der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge im öffentlichen Raum und ende noch lange nicht beim Carsharing der Bürger, dessen Akzeptanz unter jungen Leuten auch im ländlichen Raum steige.

Projektpartner sind unter anderen die Energieversorgung Filstal (EVF) und die Gmünder Stadtwerke, weil Autobatterien künftig die Speicherreserve für regenerativ erzeugten Strom auf öffentlichen Gebäuden sein können. Christine Kumpf führte aus, dass dies ganz neue Anforderungen an die Bezahl- und Abrechnungsfunktionen stelle. Laut der Göppinger Wirtschaftsfördererin sammeln beide Kommunalbetriebe nun Erfahrung, ihre bisher geschlossenen Systeme für den jeweiligen Partner zu öffnen. Dass dies in der Praxis geschieht, dafür sorgen die aktuell bislang 40 E-Autos im Kreis Göppingen und gut 30 Autos im Ostalbkreis, deren Fahrer künftig immer häufiger dies- oder jenseits des Hohenstaufens mit derselben Karte zahlen können sollen. Dasselbe gilt, auch im Freizeitbereich, für Pedelec- und E-Bike-Fahrer im Stauferland. Und weil vor allem Anwendungsschwächen erkennen und in ihrem Umfeld die E-Akzeptanz erhöhen, sind mit der ETG in Göppingen und der GOA in Gmünd zwei Entsorger Projektpartner, die je mit einem Hybrid-Lkw Wertstoffe sammeln.

Die Göppinger Wohnbau bringt sich in ihrem Neubauquartier "Stadtgarten" für rund 100 Bewohner mit einem Carsharing-Konzept ein, das auf Elektroautos basiert. Entsprechend werden in der Tiefgarage Ladestationen eingerichtet und Parkflächen ausgewiesen. Eine wichtige Schnittstelle zu Handwerk und Industrie bildet der Elektrotechnikspezialist Heldele. Die Salacher haben eine interaktive Ladestation entwickelt, die nun auch bei Emis zum Einsatz kommt. Der Mittelständler, der etwa Fabriken automatisiert oder Büro- und Parkhäuser digitalisiert, hat viele Schnittstellen zur regenerativen Energie und sammelt bereits selbst mit E-Smarts Erfahrungen im Flottenmanagement. Die Wirtschaftsförderung Göppingen ist Projektkoordinator und moderiert das Emis-Projekt, dessen Komplexität in acht Bausteine zerlegt wurde. Dazu zählt die Öffentlichkeitsarbeit, um in engem Schulsterschluss mit der Stadt Schwäbisch Gmünd die Bürger 2013 und 2014 etwa bei Veranstaltungen in Göppingen und Gmünd zu informieren und neue Mitstreiter zu gewinnen.

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