Neues Netzwerk will kleinen Firmen helfen

Göppingen.  Premiere auf Schloss Filseck: Das neu geschaffene Netzwerk Bildung für kleine und mittelständische Unternehmen hatte zum Frühstück eingeladen. Über 100 interessierte Firmenchefs kamen.

Der Bedarf an Fort- und Weiterbildung gerade in mittleren und kleineren Unternehmen ist groß, doch oft fehlt das maßgeschneiderte Angebot. Da wollen nun die Initiatoren des neugegründeten Netzwerkes Bildung unter Federführung des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg Abhilfe schaffen und im Gespräch mit den Firmenchefs herausfinden, welcher Schulungsbedarf vorhanden ist. Das Unternehmerfrühstück soll künftig dafür den Rahmen bieten. Welche Bedeutung die berufliche Fortbildung hat, unterstrichen bei der Auftaktveranstaltung auf Schloss Filseck sowohl Landrat Edgar Wolff, der Vorsitzende des Volkshochschulverbandes, Frieder Birzele und Ministerialrat Dieter Besemer vom Wirtschaftsministerium. Der wies vor allem auf den drohenden Fachkräftemangel hin, der für 2015 bereits auf 280 000 Erwerbstätige hochgerechnet wurde, bis 2030 würden gar eine halbe Million Fachkräfte fehlen. Frieder Birzele lud Bildungsträger wie Unternehmer ein, sich aktiv in dem neuen Netzwerk, das vom Europäischen Sozialfonds gefördert wird, zu engagieren. Landrat Wolff verwies auf die Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, wonach ein Viertel aller Lehrstellen unbesetzt blieb, weil es hierfür keine qualifizierten Bewerber gegeben hatte. In der Region Stuttgart lag dieser Anteil bei 17,4 Prozent. Dabei habe jeder die Möglichkeit, sich bestens zu qualifizieren, so der Landrat und zeigte die vielfältige Schullandschaft im Kreis auf.

Weil es für Unternehmer wichtig ist zu führen, gab Jürgen Hilse, der Geschäftsführer der Schloss-Filseck-Stiftung, den Frühstücksgästen das "Handwerk der Führung" mit auf den Weg. In seinem Impulsvortrag stützte sich Hilse vor allem auf die Managementmethoden des Schweizer Experten Fredmund Malik. Erfolgreiche Manager seien extrem ergebnisorientiert, hätten immer eine Beziehung zum Ganzen, nutzten die Stärken ihrer Mitarbeiter, konzentrierten sich auf drei bis fünf wesentliche Themen, schenkten ihren Mitarbeitern Vertrauen und müssten positiv denken. Aufgaben für wirksame Führung seien klare Zielvorgaben, optimierte Organisation, Mut zu Entscheidungen und zur Kontrolle (Stichproben), sowie die Mitarbeiter an ihren Aufgaben zu fördern. Um diese Unternehmer-Aufgaben zu erledigen, gab Hilse seinen Zuhörern einige Werkzeuge mit auf den Weg: Die Zahl der Sitzungen reduzieren, Sitzungen effektiver vorbereiten (Tagesordnung) und nacharbeiten (Protokoll), Berichte verfassen und dabei an die denken, die diese Berichte lesen sollen, das Aufgabengebiet des Mitarbeiters fortschreiben, Gespräche mit den Mitarbeiter führen, nach Budget handeln, die Stärken der Mitarbeiter betonen und auf dem eigenen Schreibtisch nicht mehr als drei Ablagekörbchen (Eingang, Ausgang und Bearbeitung) haben.

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www.bildungsnetz-mit-kmu.de


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Autor: RÜDIGER GRAMSCH | 14.05.2010

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