"Museum im Koffer" macht Kindern Spaß

Göppingen.  Ein mobiles Museum für Kinder, das so genannte "Museum im Koffer", besuchte die Göppinger Stadtbibliothek. Dort konnten die Kleinen alles über den Druck erfahren - und auch selber ausprobieren.

Kinder lernen spielerisch bekanntlich am Besten. Ganz nach diesem Motto will das "Museum im Koffer" aus Nürnberg Kindern verschiedene Themen praxisbezogen näher bringen. "Habt ihr schon mal etwas gedruckt?", fragt der Grafikdesigner und Maler Klaus Stuke die 24 Kinder zu Beginn der Veranstaltung. Die Kleinen sitzen im Kreis um den Grafikdesigner und Maler herum und schütteln die Köpfe. Im Jahr 1455 wurde das erste Buch gedruckt, erzählt er. Ob es vorher keine Bücher gegeben habe, fragt der 60-Jährige in die Runde. "Damals hat man noch alles von Hand geschrieben", sagt ein Junge. "Oder es sich erzählt", meint ein anderes Kind.

Klaus Stuke erzählt von Johannes Gutenberg und seiner Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Dazu zeigt er bewegliche Lettern aus Holz, so genannte Schiffchen, auf denen die Sätze zusammengestellt werden und eine alte, abgenutzte Bibel.

Anschließend dürfen die Kinder in einem Selbstversuch eigene Drucke erstellen. Die Sozialpädagogin Lisa Weichselbaum zeigt, wies funktioniert: Sie nimmt die Buchstaben R, O, T und bemalt sie mit einer eingefärbten Rolle. Dann legt sie ein Stück Papier auf die Lettern und streicht mit einer Bürste vorsichtig darüber. "Wisst ihr noch, was wir geschrieben haben?", fragt die 24-Jährige Sozialpädagogin. Und tatsächlich: Alle wissen es noch: rot. Die Überraschung ist groß, als Lisa Weichselbaum das Blatt hebt und darauf das Wort "Tor" zu lesen ist. Die Kinder sind sichtlich verwundert - wie kann das sein? "Ihr müsst umdenken, denn beim Druck wird spiegelverkehrt geschrieben", klärt die 24-Jährige die Kinder auf.

Nun dürfen die Kleinen loslegen. Mit Buchstaben in verschiedenen Größen, Satzzeichen, Formen und Farben lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf. "Gar nicht so einfach", wie die 11-jährige Aileen Pfeifer findet. "Aber es macht trotzdem sehr viel Spaß, weil man so viel ausprobieren kann", fügt die Schülerin lächelnd hinzu. Den eigenen Namen oder den von Familie und Freunden zu drucken, ist bei den kleinen Lehrlingen am Beliebtesten. "Ich finde es schön hier etwas selber machen zu können", erzählt Simon Zielbauer. "Dass man hier selber drucken kann, ist toll", bestätigte auch die Siebenjährige Lilly Latzl begeistert.

Das Projekt gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Lisa Weichselbaum ist seit drei Jahren dabei. "Ich arbeite sehr gern mit Kindern, und die Arbeit ist einfach unglaublich abwechslungsreich", schwärmt sie. Klaus Stuke ist seit zirka drei Monaten mit von der Partie - er schätzt vor allem die Möglichkeiten, sich neues Wissen anzueignen und an seine "Lehrlinge" weiterzugeben.


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Autor: MONA MOLL VERENA HERWIG | 19.03.2010

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