MinAG will flexibler werden
Stuttgart / Bad Überkingen. Der Dezentralisierung der Mineralbrunnen AG in selbstständige Tochterunternehmen steht nichts mehr im Wege. Auf der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre für die Ausgliederung der Brunnenbetriebe.
Das grüne Licht für die von langer Hand geplanten Neuordnung der Mineralbrunnen AG kam nicht überraschend: Auf der Aktionärsversammlung am Mittwoch im Internationalen Congresscenter in Stuttgart, bei der etwa 60 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals anwesend waren, stimmten die Anteilseigner den Plänen zu, die sechs Niederlassungen Bad Überkingen, Bad Teinach, Kißlegg, Fachingen, Tucano in Lauterecken und Niehoffs Vaihinger Vertriebs GmbH mit Sitz in Bad Überkingen in selbstständige GmbHs umzuwandeln. Bisher werden diese Unternehmensbereiche vom Dienstleistungszentrum in Bad Überkingen zentral geführt.
Dies wird sich ab dem Jahr 2012 ändern. Durch die Umstrukturierung wird die "alte MinAG" eine Finanzholding mit nur noch insgesamt knapp 20 Mitarbeitern, zu der auch der Bereich Informationstechnik gehört. Deutlich aufgewertet werden dagegen die dezentralen Standorte. Sie bekommen eigene Vertriebs-, Marketing- und Verwaltungsbereiche sowie jeweils einen Geschäftsführer.
Wie Vorstandssprecher Heinz Breuer auf der Hauptversammlung betonte, ist der Umbau des Unternehmens erforderlich, um schneller und flexibler auf die rasante Entwicklung des Marktes zu reagieren und verstärkt regionale Präsenz zu zeigen. Ziel sei es, Marktanteile zu halten und bei einer konjunkturellen Erholung gut gerüstet den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.
Nach Breuers Worten war das zurückliegende Jahr 2009 das schwierigste in der Firmengeschichte. Dennoch konnte das Ergebnis der Mineralbrunnen AG mit einem Minus von 2,4 Millionen Euro deutlich verbessert werden. Zum Vergleich: 2008 fuhr man noch ein Minus von 20 Millionen Euro ein.
Das Konzernergebnis verbesserte sich auf Minus 9,3 Millionen Euro (2008: Minus 18,6 Millionen Euro) und das EBITDA des Konzerns stieg von sechs auf 10,6 Millionen Euro. Das EBITDA der Mineralbrunnen AG beträgt 4,9 Millionen Euro (2008: Minus 5,9 Millionen Euro).
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Breuer ein leicht negatives Ergebnis vor Steuern. Der Vorstandssprecher wertete dies als Signal dafür, dass sich das Unternehmen in die richtige Richtung entwickelt. "Langfristig streben wir eine Umsatzrendite zwischen ein und drei Prozent an."
Bei der Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 530 000 Euro folgten die Aktionäre den Vorschlägen von Aufsichtsrat und Vorstand. Für jede Vorzugsaktie wird eine Dividende von elf Cent für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 ausgeschüttet. Die Stammaktien gehen leer aus.
Obwohl die Mehrheit der Anteilseigner allen zur Abstimmung anstehenden Punkte zustimmten und Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung erteilten, musste sich die Unternehmensspitze einigen kritischen Fragen stellen. Insbesondere das noch ausstehende Personalkonzept für die bevorstehende Umstrukturierung wurde angemahnt. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Richard Weber betonte, wolle man die personellen Weichenstellungen erst in Angriff nehmen, wenn die Zustimmung der Hauptversammlung zum Unternehmensumbau erfolgt sei. Diese Aufgabe kann jetzt erledigt werden. Dabei steht auch die Nachfolge von Heinz Breuer auf der Tagesordnung. Denn er geht am 30. September in den Ruhestand.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: JOCHEN HORNDASCH | 30.07.2010
| Artikel twittern |
|
|
Vorstandssprecher Heinz Breuer erläuterte auf der Hauptversammlung die Pläne zur Umstrukturierung der MinAG. Foto: jh
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe
Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK

Kommentare (1)
Minag geht's langsam an
"Der Dezentralisierung der Mineralbrunnen AG in selbstständige Tochterunternehmen steht nichts mehr im Wege. Auf der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre für die Ausgliederung der Brunnenbetriebe.""Dies wird sich ab dem Jahr 2012 ändern."
"Wie Vorstandssprecher Heinz Breuer auf der Hauptver-sammlung betonte, ist der Umbau des Unternehmens erforderlich, um schneller und flexibler auf die rasante Entwicklung des Marktes zu reagieren."
- Das ist aber wirklich eine rasante Reaktion!
"Langfristig streben wir eine Umsatzrendite zwischen ein und drei Prozent an."
- Ob das langt ? Und kurzfristig ? Verluste.
So schön kann Mamagement sein.