Lobpreis Gottes mit Alphorn und Gitarre Lorenz und Andrea Schwarz zu Gast im Kreis

Kreis Göppingen.  Im Filstal unterwegs waren der Musiker und Prediger Lorenz Schwarz und seine Frau Andrea. Zum Abschluss spielten sie in Unterböhringen.

Voll belegt war das Unterböhringer Gemeindehaus mit Menschen, die den Auftritt von Lorenz Schwarz, des "weltweit ersten gitarrespielenden Alphornbläsers" aus Wattwil im schweizerischen Kanton St. Gallen, erleben wollten. Zuvor war der Musiker und Prediger mit seiner Frau Andrea im Göppinger Blumhardthaus zu Gast gewesen und hatten einen evangelischen Gottesdienst in Süßen begleitet. Zum Abschluss ihrer kleinen Filstaltour waren sie nun also bei der Liebenzeller Gemeinschaft im Unterböhringer Gemeindehaus zu Gast. Im Gepäck hatten die beiden originale Alphörner, Gitarre, Klarinette und die bewegte Lebensgeschichte von Lorenz Schwarz, der erzählte, wie er nach jahrelangem Alkoholmissbrauch und zwei Suizidversuchen Halt im Glauben fand.

Gekleidet in Bünder Sonntagstracht, spielte und sang das Paar geistliche Lieder und warme alpenländische Weisen, die in dieser bitterkalten Nacht atmosphärisch gut ins frosterstarrte Unterböhringen passten. Und sie gaben dem Publikum einen kurzen Jodelkurs.

Seine Auftritte als Musiker dienen dem 59-jährigen Schwarz vor allem als Plattform für seine christliche Botschaft. Er berichtete, wie sein früheres Leben als "richtig harter Bauernbursch" - mit dem Rauchen habe er schon mit acht Jahren angefangen, mit zwölf sei er dem Alkohol verfallen gewesen - durch seine Hinwendung zum Glauben auf den Kopf gestellt worden sei. Die Begegnung mit den Mitgliedern einer evangelischen Freikirche habe ihm geholfen, Depression und Alkoholismus zu überwinden.

Schwarz Erzählungen sind tief in das manchmal etwas befremdlich wirkende Verkündigungs- und Erlösungsvokabular evangelikaler Christen getaucht und drohen leicht ins Klischeehafte abzudriften. Trotzdem wurde spürbar, dass ein Mann auf der Bühne stand, der eine tiefe Veränderung im Leben erfahren hat und den Drang verspürt, diese Erfahrungen weiterzugeben. Dabei hatte Schwarz nicht die besten Voraussetzungen zum Berufsmusiker. "Ich habe nie Musikunterricht gehabt und kann auch keine Noten lesen", erzählt er. Darüber hinaus besitze er nur noch 50 Prozent seines Gehörs und leide unter Tinnitus.

Dem Publikum bescherte er einen interessanten Abend mit einem Schweizer Original.


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Autor: STEFANIE SCHMIDT | 09.02.2012

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