"Krippenausbau wie in der DDR"

Kreis Göppingen.  Die "Christdemokraten für das Leben" im Kreis stellen sich hinter Pfarrer Lukaschek, der beim Ausbau von Betreuungsplätzen für Kleinkinder bremst.

Der richtige Weg für die Betreuung von Kleinkindern ist weiterhin umstritten. Die Vereinigung Christdemokraten für das Leben (CDL) stehen laut einer Mitteilung der staatlichen Betreuung von Kleinkindern kritisch gegenüber. Sie sprechen von einer bedenkenlosen "Forcierung des Krippenausbaus, wie er in der DDR üblich war". "Die Bindungsforschung spricht eine klare Sprache, es birgt gesellschaftliche Gefahren, wenn wir den Ausbau der Krippen so bedenkenlos fördern", so die Kreisvorsitzende Maria Wiedebach.

Ab dem kommenden Jahr gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind. Im Kreis verfolgen die Kommunen unterschiedliche Ansätze, um dies zu organisieren. Städte wie Göppingen, Eislingen oder Süßen investieren viel, um neue Kinderhäuser zu bauen oder Kindergärten zu erweitern. Diese Kommunen gehen davon aus, dass sich die Nachfrage einstellen wird, wenn erst einmal ein Betreuungsangebot gemacht werden kann. Dahinter steckt auch die Erwartung, dass eine Kommune attraktiv für junge Familien wird, wenn eine gute Kleinkinderbetreuung angeboten werden kann. Donzdorf nimmt hingegen die hohen Kosten für die Ausweitung der Kinderbetreuung ins Visier. Deswegen möchte die Stadt vor allem auf den Bedarf reagieren und nicht schon im Vorfeld umfangreich in Betreuungsplätze investieren.

Eine besondere Rolle spielen die Kirchen, die Träger vieler Kindergärten im Kreisgebiet sind. Deren Mitwirkung am Ausbau der U3-Betreuung ist besonders in diesen Gemeinden wichtig, in denen die Kindergärten komplett in kirchlicher Trägerschaft sind. Dass hierbei die Position des Pfarrers entscheidend sein kann, zeigt sich derzeit in der Person von Robert Lukaschek. Der Vizedekan des Kreises spricht sich gegen die Betreuung von Kleinkindern außerhalb der Familie aus. Der Staat solle die Möglichkeit schaffen, dass die Eltern die Gelegenheit haben, ihre Kinder selbst zu betreuen. Da Pfarrer Lukaschek derzeit an der Spitze von sieben katholischen Kirchengemeinden im Kreisgebiet steht, wirkt sich seine Position auch auf das Betreuungsangebot in den jeweiligen Kommunen aus.

Die CDL stellt sich hinter Lukaschek: Mit Freude nehme die CDL die Stellungnahme für die bewährte Erziehung der Kinder in der Familie von Pfarrer Lukaschek in der NWZ zur Kenntnis. "Wir würden uns freuen, wenn ihm weitere Amtsträger der Kirchen sowie Mandatsträger in der Politik folgen würden", so der stellvertretende CDL-Kreisvorsitzende Rainer Heer. Lukaschek habe Mut bewiesen und verdiene dafür Respekt und Unterstützung, so CDL-Pressesprecher Axel Raisch.

Die CDL fordern eine "tatsächliche Wahlfreiheit bei der Kleinkinderbetreuung, die in Wirklichkeit nicht besteht". Derzeit fördert die Politik durch finanzielle Anreize und massive Einflussnahme auf die öffentliche Meinung ein gesamtgesellschaftliches Klima, das de facto nur noch Fremdbetreuung zulasse.


Kommentare (2)

16.02.2012 14:26 Uhr |   christa keip

krippenplätze

Endlich jemand, der sich für die Kinder und Familien stark macht.
Die Kinder haben keine Lobby- sie werden nicht gefragt, es wird nicht gefragt, was für die Kinder wirklich das Beste ist!
ich kann es nicht mehr hören, die Aussage: Frauen müssen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ja sind Frauen denn eine Ware? sind sie nur für den Arbeitsmarkt zu gebrauchen?
und dann die Gegenaussage: Frauen zurück an den Herd.
So was negatives hört man in keinem Land als in Deutschland! Was bitte ist negativ, wenn eine Frau sich Zeit nimmt für Kinder und Familie? Deswegen ist sie doch nicht von gestern und ein Heimchen? Das ist doch diskriminierend, so eine Aussage. Frauen und Mütter, die daheim bleiben bei den Kindern haben erkannt, was für die Kinder das wichtigste ist, um gesund aufzuwachsen seelisch und stellen sich selbst uneigennützig zurück, um dies den Kindern zu geben. So haben Kinder einen guten Start ins Leben! Es gibt viele !!! normale!! Familien, die keine asozialen Hintergrund haben
11.02.2012 21:59 Uhr |   Barbara Kaminski

Pf. Lukaschek gegen Ausbau von Fremdbetreuung von Kleinkindern

Die Haltung von Pfarrer Lukaschek, sich gegen die Betreuung von Kleinkindern außerhalb der Familie auszusprechen, ist zu unterstützen. Es ist dringend notwendig, dass der Staat die Eltern befähigt, ihre Kinder selbst zu betreuen. Das Bindungsverhalten des Kindes ist Ausdruck der Angewiesenheit des Kindes auf die Geborgenheit, die die Mutter vermittelt. Für uns alle ist das "Woher und Wohin" unsereres Daseins verhüllt. Diese Grundgegebenheit muss uns ängstigen und uns wertlos fühlen lassen, weil das Leben keinen Sinn hat. Uns ist das meistens nur nicht bewusst, weil da immer etwas in dieser Welt ist, was unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht und uns im besten Falle trägt. Das alles aber hat das Neugeborene nicht. Es fällt tatsächlich in das Bodenlose, das Nichts. Nur wir - die Eltern können es im freien Fall aufhalten, ihm die Angst vor dem Nichts nehmen und ihm mit unserer Zuwendung seinen Wert geben. Vielleicht hilft diese Bewusstsein den Eltern zu erkennen in welch fundamentaler Weise

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Autor: DANIEL GRUPP | 09.02.2012

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