Komm rein zur Lebenshilfe

Göppingen.  Mit ihrem jüngsten Angebot ist die Lebenshilfe Göppingen auch räumlich in der Mitte der Stadt angekommen. Mit ihrem Kontaktladen "Komm rein" hat sie eine wichtige Anlaufstelle in Göppingen geschaffen.

Das große Schaufenster des Gebäudes Freihofstraße 21 in Göppingen schafft buchstäblich Transparenz, hebt die Grenzen zwischen innen und außen auf, ermöglicht den freien Blick in beide Richtungen. Das Innere der Räume ist zwar noch etwas steril. Das wird sich aber in den kommenden Wochen ändern. Dann nämlich, wenn die Mal- und Tanzwerkstatt der Lebenshilfe Göppingen das jüngste Projekt des Vereines farblich aufgepeppt hat.

Die Menschen, die die Lebenshilfe regelmäßig betreut, werden ihre jüngste Anlaufstelle, den Kontaktladen "Komm rein" also nicht nur selbst mitgestalten. Sie sind mit ihm jetzt auch räumlich "als Teil der Gesellschaft in der Mitte der Gesellschaft angekommen", bekräftigt Roger Kuntschik, der bei der Lebenshilfe für den Bereich Wohnen zuständig ist.

Das Konzept für den "Laden", wie ihn seine Besucher schon liebevoll nennen, gebe es schon lange. Mit den Räumen in der Freihofstraße seien jetzt die idealen Rahmenbedingungen gefunden worden. Er bietet den Menschen mit einer Behinderung, die zwar selbständig wohnen, aber dennoch eine regelmäßige Begleitung brauchen, "ein niederschwelliges Angebot bei allen Fragen, die im Alltag auftauchen", erklärt Petra Schmid, Leiterin des Ambulanten Wohnens bei der Lebenshilfe.

Bislang trafen sich die Betroffenen mit ihren Betreuern "in ihren Wohnungen oder in einem Café". Jetzt bietet der "Laden" über die reine Beratungsmöglichkeit hinaus die Gelegenheit zu Gesprächen der Klienten untereinander. "Hier entstehen ganz neue Kontakte", beobachtet Schmid regelmäßig. Viele treffen sich nach Feierabend einfach auf eine Tasse Kaffee, wollen ein Schwätzchen halten. Die kleine Teeküche bietet dafür die idealen Voraussetzungen. Es gibt aber auch einen PC mit Internetzugang und bei heiklen Gesprächen ein Büro, in dem alle Probleme diskret besprochen werden können. Langfristig planen Schmid und Roger Kuntschik auch "Veranstaltungen mit und für unsere Besucher". Gedacht ist an Vorträge von Bank- oder Versicherungsfachleuten, aber auch das Kunstprojekt der Mal- und Tanzwerkstatt.

Offen steht "Komm rein", das für "kommunikativ, regional und inklusiv" steht, aber auch für Personen, die "in keinem Betreuungsverhältnis zu der Lebenshilfe stehen", so Schmid. Roger Kuntschik zeigt sich überzeugt davon, dass "der Laden zu mehr Selbständigkeit bei unseren Klienten führen wird".


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Autor: MARGIT HAAS | 30.09.2011

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