Killerspiel macht noch keinen Amokläufer
Göppingen. Die DJK als katholischer Sportverband macht Jugendarbeit. Vertreter aus ganz Württemberg tauchten beim Diözesantag in die Medienwelt junger Menschen ein.
. Virtuelle Identität im Internet, Computerspiele, Videos über Handy - Kinder und Jugendliche kennen sich aus. Für erwachsene Betreuer in den Vereinen tun sich oft fremde Welten auf. "Man muss die neuen Medien auch als Chance sehen", sagte Egon Wachter. Was der Kriminalbeamte aber über die Möglichkeiten und Umgangsformen mit Beispielen von "Counter Strike" bis hin zu Pornos auf Schülerhandys berichtete, ließ nicht nur die Älteren der etwa 80 Delegierten des DJK im Göppinger Gemeindehaus St. Maria aufhorchen.
Der Referent warnte davor, hinter jedem Nutzer der neuen Medien einen potenziellen Gewalttäter zu sehen. Auch wenn er Killerspiele für unnötig halte und sie Schaden anrichteten, seien sie nicht das einzige Problem. Gefährlich werde es, wenn zudem der Spieler und sein soziales Umfeld instabil seien. "Mit einfachen Verboten sind Amoktaten nicht zu vermeiden", stellte der Polizeibeamte fest. Bereits existierende Altersbeschränkungen bei Computerspielen würden ja auch nicht eingehalten und es gebe kaum Möglichkeit, dies zu verhindern.
"Weg von Stigmatisierungen, hin zum Dialog mit den Jugendlichen", das riet Wachter den Vertretern der 34 Sportvereine in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Notsituationen erkennen und darüber reden sei die beste Vorbeugung. "Im Sport lernt man zudem Rücksichtnahme und wie man mit Sieg und Niederlage umgeht", würdigte die Präsidentin des Turngaus Staufen und Landtagsabgeordnete Nicole Razavi (CDU) in die Arbeit der DJK.
"Wir sind eine Sportstadt. Wir werden Sportförderung weiter hochhalten", versprach Göppingens Oberbürgermeister Guido Till und trat Befürchtungen entgegen, dass die Interessen der Vereine dem kommunalen Rotstift ganz zum Opfer fallen. Ihm sei es wichtig, gerade die schutzbedürftigen Kinder nicht allein zu lassen. Pfarrer Jürgen Sauter von Sankt Maria verwies auf den Aspekt der Lebensfreude, den die Verbindung von Sport, Gemeinschaft und Glaube bei der DJK vermittle.
Der DJK-Diözesanvorsitzende Rolf Röser, der die Tagung moderierte, verlieh den diesjährigen Linus-Roth-Gedächtnispreis an Peter Deißler aus Heilbronn. Für dessen umfangreiches ehrenamtliches Engagement vor allem im Bereich der Jugendarbeit überreichte er ihm das Bronzerelief und die Urkunde von Bischof Gebhard Fürst.
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Autor: MARKUS WAGGERSHAUSER | 20.03.2010
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Egon Wachter war Referent beim DJK-Diözesantag. Foto: Waggershauser
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