KOMMENTAR · KAUFFMANN-AREAL: Immenser Imageschaden droht
Das Projekt scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Eigentlich sollten auf dem Kauffmann-Areal in Ebersbach bereits die Baumaschinen rumoren. Doch statt dessen wuchert auf dem innerstädtischen Filetstück, wo die Neue Mitte der Stadt entstehen soll, nur Unkraut. Noch hat der Investor die Arbeiten für die Bebauung des Geländes nicht ausgeschrieben und noch gibt es keinen Termin für den Baustart.
Die Schuld an den ständigen Verzögerungen allein dem Investor zuzuschieben, ist nicht berechtigt. Schließlich haben auch der Bürgerentscheid im Dezember 2008 und die Anfang des Jahres erneut aufgerollte Diskussion um eine bereits beschlossene Tiefgaragenerweiterung dazu beigetragen. Dann führte der Investor die EU-Ausschreibung des 20 Millionen Euro teuren Vorhabens als Grund für den Verzug ins Feld und musste sich zurecht vorhalten lassen, dass dieses komplizierte Verfahren hinlänglich bekannt war.
Dass nun erst kurz vor dem anvisierten Baustart geologische Untersuchungen angestellt werden, wirft jedoch kein gutes Licht auf den Investor. Schließlich ist das Grundwasserproblem in der Innenstadt nicht vom Himmel gefallen. Kein Wunder, dass in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat die Nerven blank liegen. Schließlich hat man das von vielen Seiten torpedierte Projekt vehement verteidigt. Denn so viel ist klar: Wenn das Vorhaben Neue Mitte scheitert, wäre dies der Supergau für Ebersbach - städtebaulich und wirtschaftlich. Deshalb tut die Stadt gut daran, jetzt vehement Druck zu machen und auf die Einhaltung des Vertrags zu pochen. Der Imageschaden ist aufgrund der ständigen Querelen ohnehin schon groß genug. KARIN TUTAS
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30.07.2010
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