Jungunternehmer helfen dem Nachwuchs

Göppingen.  Schülern den Berufsalltag näher bringen und Studenten den Weg zur Existenzgründung erleichtern - die Wirtschaftsjunioren haben viel geplant für dieses Jahr. Zudem wollen sie verstärkt Beziehungen pflegen.

"Get connected" - unter diesem Motto sind die Göppinger Wirtschaftsjunioren in das neue Jahr gestartet. Damit ist laut der neuen Vorstandssprecherin Maren Scheible gemeint, dass die Mitglieder des Netzwerks neue Methoden der Kommunikation nutzen, aber auch Beziehungen pflegen wollen. "Wir wollen bestehende Verbindungen leben", betont die 36-jährige Jungunternehmerin. 41 Aktive und 48 Fördermitglieder gehören derzeit zu den Wirtschaftsjunioren. Unter ihnen befinden sich auch "alte Hasen", die nun wieder stärker ins Geschehen mit eingebunden werden. So sollen der Austausch von Wissen angeregt und auch alte Beziehungen aufgefrischt werden.

Mit einem Konzept namens "Bildungskompass" richten sich die Wirtschaftsjunioren in diesem Jahr an Schüler im Kreis Göppingen. Die Jungunternehmer mussten sich eingestehen, dass das Projekt "Teen Spirit" nicht weiter verfolgt werden konnte. Es richtete sich nur an eine Schule, denn der Zeitaufwand - einmal pro Woche wurden die Schüler der Faurndauer Haierschule besucht - war groß. Ziel war es, die Jugendlichen intensiv auf das Berufsleben vorzubereiten. Das Projekt erhielt im Jahr 2008 den Landespreis der Wirtschaftsjunioren.

Aus "Teen Spirit" entwickelte das Netzwerk nun den "Bildungskompass": "Wir konnten den Bedarf nicht ignorieren", erklärt Karin Bräuchle. Das neue Bildungsangebot besteht aus flexiblen Modulen, aus denen Schulen wählen können. Nach Absprache kommen Mitglieder der Wirtschaftsjunioren zu den Themen Ernährung, Bewerbertraining, Selbstmotivation oder Verhalten im Unternehmen für zwei Schulstunden in die Klassen und nehmen die Kinder und Jugendlichen an die Hand.

"Für uns ist es eine Win-Win-Situation. Die Schüler lernen etwas aus der Praxis und wir können uns als Arbeitgeber vorstellen", sagt Bräuchle, die im Vorstand für das Thema Bildung und Wirtschaft zuständig ist. Die großen Firmen im Kreis seien den Schülern bekannt, die kleineren Ausbildungsbetriebe jedoch nicht. Vier Schulen, darunter auch ein Gymnasium, haben sich bisher für das neue Projekt interessiert.

Auch für eine andere Zielgruppe machen sich die Wirtschaftsjunioren in diesem Jahr stark: Das Gründerprojekt "study & startup" soll Studierenden den Kontakt mit jungen Selbstständigen ermöglichen. Der Geschäftsführer des Netzwerks, Gernot Imgart, erklärt: "Wir haben anhand von Fragebögen herausgefunden, dass fast 50 Prozent der Studenten an der Göppinger Hochschule schon einmal darüber nachgedacht haben, sich schon während des Studiums selbstständig zu machen", weiß Gernot Imgart, der Geschäftsführer des Netzwerks.

Dass es nicht unrealistisch ist, während des Studiums schon geschäftlich auf eigenen Beinen zu stehen, erklärt Wirtschaftsjunior Martin Rieg, der diesen Weg erfolgreich beschritten hat. "Ich hätte mir gewünscht, dass jemand mit Praxiserfahrung mich unterstützt hätte", sagt der Unternehmer, der eine Firma für Automatisierungstechnik leitet. Ein Professor sei in dieser Zeit nicht der richtige Ansprechpartner. Das soll sich in diesem Jahr ändern, die Wirtschaftsjunioren wollen gemeinsam mit der Göppinger Hochschule daran arbeiten, dass den Studenten die Existenzgründung erleichtert wird.


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Autor: CHRISTINE BÖHM | 10.02.2012

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