Immobilien in Top-Lagen sind knapp

Im Kreis werden die Immobilien knapp - vor allem in Top-Lagen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, was die Preise befeuert. Von einer Blase könne aber keine Rede sein, sind sich Volksbank und Kreissparkasse einig.

SUSANN SCHÖNFELDER |

Wer es nicht schon längst getan hat und einen Spargroschen auf dem Konto hat, liebäugelt in Zeiten von Eurokrise und Niedrigzinsen mit dem Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung. Doch leichter gesagt als getan: "Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot. Das Verhältnis funktioniert nicht mehr", sagt Bernd Mühlhäuser, Ressortleiter für den Immobilienbereich bei der Göppinger Volksbank. Vor allem "ab Gingen Richtung Westen und im Voralbgebiet" streckten potenzielle Investoren die Fühler nach den eigenen vier Wänden aus.

Ein Trend, den Ralf Bressmer, Direktor der Immobilien-Abteilung bei der Kreissparkasse, bestätigt. Wohnraum in Zentrumsnähe und in Top-Randlagen Göppingens sei unheimlich gefragt - "da ist fast nichts mehr da", unterstreicht der Experte. Ein Grund der Immobilien-Knappheit im Filstal: Es gibt wieder einen verstärkten Zuzug aus Esslingen und Kirchheim, weil dort der Markt leer gefegt sei und zudem der "Wahnsinnspreisanstieg" im Nachbarlandkreis kaufwillige Interessenten abschrecke. Eine längere Fahrt zur Arbeitsstelle oder die Kosten für ein zweites Auto werden da gerne in Kauf genommen.

Geht also das gefürchtete Schreckgespenst Immobilienblase, also eine deutliche Überbewertung von Häusern und Wohnungen, um? Bernd Mühlhäuser und Ralf Bressmer winken ab: "Von einer Blase sind wir im Landkreis weit entfernt." In den Jahren 1993/94 seien die Preise am höchsten gewesen, danach ging es 16 Jahre abwärts. "Nun gibt es eben eine leichte Gegenbewegung", sagt der Fachmann der Volksbank. Besorgniserregend sei diese Entwicklung jedoch nicht - auch wenn die Immobilienpreise in den vergangenen zwei Jahren um einige Prozente zugelegt hätten und weiterhin steigen würden. Das gelte jedoch hauptsächlich für Orte mit einer guten Infrastruktur, bei Immobilien auf der grünen Wiese habe sich der Preisanstieg nicht bemerkbar gemacht, sagt KSK-Vorstandsmitglied Joachim Müller. Entscheidendes Kriterium beim Kauf einer Immobilie sei daher: "Die Lage, die Lage und die Lage."

Turbulenzen im Euroraum als Ursache

Als Ursachen für die große Nachfrage nach den eigenen vier Wänden sehen die Experten die Turbulenzen im Euroraum sowie die niedrigen Zinsen. Dabei hielten sich Eigennutzer und Kapitalanleger die Waage, sagt Mühlhäuser. Letztere wollten in erster Linie ihr Geld sicher parken - "zumal die Mietrendite immer noch besser ist als die niedrigen Zinsen". Verkaufen will hingegen in diesen Zeiten kaum einer sein Haus oder seine Wohnung, denn dann stelle sich ja wiederum die Frage: Was mache ich mit dem Geld? So gibt es immer weniger Angebot, der Nachfragedruck hingegen steigt - und damit wiederum der Preis.

Für den Experten der Kreissparkasse ist die Ermittlung des Verkehrswertes das A und O - "es soll ja keiner ein Objekt verschenken oder zu viel bezahlen". Zudem warnt er vor Panikkäufen aus lauter Angst, der Euro könnte den Bach runtergehen. Bressmer empfiehlt Hauseigentümern zudem, in ihre Immobilien zu investieren, um sie im Falle eines Falles werterhaltend verkaufen zu können. So könne man die niedrigen Zinsen nutzen, um seine Immobilie energetisch auf Vordermann zu bringen. Denn die explodierenden Energiekosten seien mehr und mehr ein Argument für oder gegen den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung. Ein gewisser Standard sei aber auch bei Vermietungen erforderlich, um gute Einnahmen zu erzielen. "Da sind die Ansprüche gestiegen", hat Bressmer beobachtet.

Wird sich denn die Lage auf dem Immobilien-Markt über kurz oder lang entspannen? Eher nicht, glaubt der Fachmann der Kreissparkasse: "Die Angebotsentwicklung ist dramatisch." Sanierungsobjekte, die für Kapitalanleger interessant wären, "fehlen uns komplett im Landkreis", Sanierungsgebiete gebe es auch nur wenige. Auch die Bauträgertätigkeit sei nicht sonderlich üppig - "das einzige große Baugebiet ist der Stadtgarten in Göppingen", sagt Bressmer. Und Sparkassen-Vorstand Joachim Müller fügt hinzu: "Es stehen derzeit nicht sehr viele Kräne im Kreis."

Top-Randlagen Göppingens sei unheimlich gefragt

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