Hoffen auf den Frühling
Folge der Abwrackprämie: Um über 23 Prozent sind die Zulassungszahlen bei neuen Autos im Kreis Göppingen geschrumpft, um 21 Prozent gingen die Besitzumschreibungen bei den Gebrauchten zurück.
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Kreis Göppingen - Die Zahlen, die die Zulassungsstelle des Landratsamtes Göppingen für den Februar meldet, lösen bei der Kraftfahrzeuginnung Göppingen nicht gerade Freude aus, sind aber für Obermeister Klaus Heschke keine Überraschung: "Mit diesen Rückgängen war zu rechnen, immerhin liegen wir noch besser als der Bundesdurchschnitt", sagte er laut einer Pressemitteilung der Innung. Jetzt hofft er, dass sich das Geschäft wieder etwas belebt: "Der März ist der Monat der Autokäufer. Wir hoffen, dass der Frühling wieder mehr Autokäufe bringt."
Der Februar 2009 hatte dank Abwrackprämie einen Zulassungssprung um damals 156 gebracht. Der Februar 2010 brachte jetzt den befürchteten Rückgang mit einem Zulassungsminus von 197 Pkw. Das Ergebnis im Kreis Göppingen liegt nach den Zahlen, die das Landratsamt zusammengestellt hat, aber insgesamt etwas besser als der Bundesdurchschnitt. Minus 30 Prozent meldet das Kraftfahrtbundesamt aktuell für ganz Deutschland, im Kreis Göppingen blieb es bei minus 23,4 Prozent.
In absoluten Zahlen heißt das, dass statt 841 Pkw wie im Vorjahr nur noch 644 neue Autos zugelassen wurden. Außerdem hat sich auch die Hoffnung, dass der Gebrauchtwagenmarkt stabilisierend wirken könnte, nicht erfüllt. Der Rückgang bei den Besitzumschreibungen ist mit 21,1 Prozent zwar etwas geringer als bei den Neuzulassungen: Aber umgeschrieben wurden nur noch 1395 statt 1769 Gebraucht-Autos, das sind 374 weniger. Klaus Heschke: "Dabei ist zu berücksichtigen, dass in dieser Zahl auch die Privatverkäufe enthalten sind. Im Bereich der hochwertigen Gebrauchten, den die Autohäuser abdecken, könnte der Rückgang auf dem Niveau der Neuwagen liegen."
Die Hersteller, so berichtet der Obermeister in der Pressemitteilung, hätten inzwischen reagiert: "Im Privatkundenmarkt gibt es viele attraktive Angebote. Die Zeit, ein Auto zu kaufen, war selten günstiger". Riesenrabatte, die immer wieder durch die Medien geistern, entpuppten sich zwar als unrealistisch, aber die Hersteller hätten durchweg hervorragend ausgestattete Fahrzeuge zu optimalen Finanzierungs-konditionen auf den Markt gebracht. "Feilschen ist da überflüssig, besser gehts nicht", findet jedenfalls der Kfz-Obermeister.
Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer liefert die Schnäppchen-Datenbanken, die an seinem Institut erstellt werden, an die Medien. Da ist dann oft von Riesenrabatten die Rede. Allerdings gehen er und seine Studenten nicht in die Autohäuser, um zu feilschen. Sie werten aus, was die Hersteller an Sonderaktionen anbieten, vergleichen das Ergebnis mit den Listenpreisen und geben diesen Vergleich weiter. Dass sich der Kunde vor dem Autokauf dort informiert, sieht Klaus Heschke als hilfreich an. Da stimmt er dem Magazin "Stern" zu: "Leider wird es immer schwieriger, sich im Dickicht der Sonderaktionen zurecht zu finden", heißt es auf stern.de, wo die Sonderaktionen von 25 Herstellern aufgelistet sind. Nachrechnen sei aber auf jeden Fall wichtig. So ist beispielsweise ein Renault Laguna in der Datenbank, von dem behauptet wird, er sei 25,3 Prozent günstiger. Tatsächlich spart der Kunde nach Angaben der Göppinger Kfz-Innung am Ende 1700 Euro gegenüber dem Listenpreis von 21 900 Euro, hat allerdings dazu die Wartungen inklusive.
Also was tun? "Entweder gleich zum Händler, wenn klar ist, welche Marke es sein soll - denn die Sondermodelle aus der Datenbank stehen dort alle in natura", sagt Klaus Heschke. Oder "erst ein Blick in die Datenbank und die Sondermodelle vergleichen und dann ab zum Händler". Und wenn das Sondermodell nicht das Wunschauto ist? "Dann gleich zum Händler des Vertrauens und das Auto zusammenstellen - der Hauspreis wird sicher günstiger sein als der Listenpreis." Und der Schnäppchenjäger fragt gleich nach "Tageszulassungen" oder checkt die jungen Gebrauchten: "Da lässt sich wirklich Geld sparen", empfiehlt der Innungs-Obermeister.
Dass der Privatkundenmarkt aber allein ausreichend Schwung bringt, glaubt Klaus Heschke indes nicht. Die Innung plädiert schon seit Monaten für ein Förderprogramm für mittelständische Betriebe, um denen zu helfen insbesondere jene filterlosen Alt-Diesel loszuwerden, die ab Mitte des Jahres sowieso nicht mehr nach Stuttgart und in andere Umweltzonen dürfen: "Aber die Regierung sitzt die Entwicklung im Moment lieber aus."
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12.03.2010
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Die Grafik stellt dar, wie die Entwicklung bei den Zulassungen von Personenwagen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 gelaufen ist - verglichen mit den Zahlen des Vorjahres. Grafik: ZDS
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