Historisches Ereignis
Kreis Göppingen. An passender Stelle wurde gestern ein in Deutschland einzigartiges Einsatzfahrzeug übergeben. Die Malteser Höhlenrettung freut sich riesig über das neue Auto.
Bei strahlendem Sonnenschein vor dem Eingang zum 4300 Meter langen Mordloch im Roggental nahm gestern Mittag die Malteser Höhlenrettung ihr neues Einsatzfahrzeug in Beschlag. Edmund Baur, Kreisbeauftragter und zugleich Vizepräsident der Malteser Deutschland, sprach von einem "historischen und einmaligen Ereignis", denn solch ein Fahrzeug dürfte es in Deutschland kein zweites Mal geben. Und die Malteser Höhlenrettung hat just ihren Ursprung aus einer Idee, die einst bei der Rettungsaktion 1977 auf dem Mordloch-Parkplatz entstanden ist, wie der Geislinger Hermann Sauter als Vertreter des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung in seinem Grußwort unterstrich.
Glückwunsch und Dank sagte auch Nils Bräuning vom Bundesverband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher, denn das über 60 000 Euro teure Allrad-Fahrzeug wird im Notfall überall dort sein, wo die 40 aktiven Höhlenretter des Malteser Hilfsdienstes gebraucht werden. Ihren Sitz hat die bundesweit agierende Höhlenrettung in Uhingen. Einsatz-Schwerpunkt sind natürlich die Karstgebiete der Schwäbischen Alb.
Malteser-Landesgeschäftsführer Klaus Weber ließ sich von Stefan Allich, der mit einem Team den Ausbau des Ford Transit FT 350 detailliert geplant und durchgeführt hat, alles genau erklären. Zuvor hatte er den Schlüssel in Form eines gebackenen Zopfes übergeben.
Der 3,5-Tonner, für den jedes Teil der Spezial-Ausrüstung gewichtsmäßig berechnet wurde, verfügt über einen 140 PS-Motor. Zugeladen sind in einem Regalsystem 400 Kilo Equipment, darunter Erstversorgungsmaterial, Hartschalentragen, Seilbahnsysteme und Geräte zur Gesteinsbearbeitung. Im Fahrzeug befindet sich auch ein Einsatzleiterbereich mit Spezialfunk für Rettungskräfte und Grubentelefon. Das Material ist überwiegend wasserdicht verpackt und zum Teil aus Eigenentwicklungen entstanden.
Gut zehn Jahre haben die Höhlenretter auf das neue Auto gewartet, das mit 40 000 Euro vom Diözesanverband der Malteser in Rottenburg-Stuttgart und mit 20 000 Euro vom Kreisverband finanziert wurde. Man sei sich in Höhlenforscherkreisen dieser Gabe sehr wohl bewusst, machten denn auch Stefan Allich und Zugführerin Fee Gloning in ihren Dankesworten deutlich.
Info Alarmierung über Rettungsleitstelle Göppingen Telefon: (07161) 19 222.
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Autor: MICHAEL RAHNEFELD | 17.01.2011
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Ein Teil der Malteser Höhlenrettung mit dem neuem Auto vor dem Mordloch im Roggental bei Geislingen. Ein Fahrzeug mit einer solchen Ausrüstung dürfte es im Land kein zweites Mal geben. Foto: Christoph Wolfinger
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