Hakenkreuz-Post: Angeklagter steht heute vor Gericht

Göppingen. 

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen am Göppinger Amtsgericht: Von 9.30 Uhr an muss sich heute ein 57-Jähriger wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in 250 Fällen Mails an Finanzbehörden in ganz Deutschland verschickt zu haben, in denen sich der Göppinger als "Reichsfinanzminister der Finanzen der provisorischen deutschen Reichsregierung" bezeichnete und erklärte, er werde in der Bundesrepublik keine Steuern zahlen, da er diesen Staat nicht anerkenne. Am Ende der Mails prangte jeweils ein Hakenkreuz. Der 57-Jährige gehört zu einer größeren Gruppe von Personen, die in Berlin eine "Kommissarische Reichsregierung des Staates Zweites Deutsches Reich" gebildet haben und "Ministerämter" unter sich aufgeteilt haben.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Tatsache, dass der Angeklagte unter anderem von dem Berliner Anwalt Wolfram Nahrath verteidigt wird, der wiederholt rechtsextremistische Gewalttäter vor Gericht vertreten hat. Nahrath war außerdem der letzte Vorsitzende der 1994 verbotenen Wiking Jugend, der ältesten neonazistischen Jugendorganisation Deutschlands. Nahrath und seiner Familie werden enge Verbindungen zur rechtsextremen NPD nachgesagt. Der wegen Betrugs vorbestrafte Angeklagte hat zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen bisher geschwiegen. Insider beschreiben ihn eher als "Wirrkopf" denn als gewaltbereiten Neonazi. hel


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07.05.2010

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