Gute Auftragslage lässt hoffen
Eislingen / Geislingen. Trotz guter Auftragslage haben die Nowotech-Firmen in Geislingen und Eislingen am Freitag Konkurs angemeldet. Betroffen sind 180 Beschäftigte.
Erst haben die Mitarbeiter keine Löhne erhalten, dann blieb doch nur noch der Gang zum Insolvenzgericht. Am vorigen Freitag wurde vom Amtsgericht Göppingen das Insolvenzverfahren gegen die Nowotech Alu GmbH in Eislingen und die Nowotech Schweißtechnik GmbH in Geislingen eröffnet. In beiden Gesellschaften ist Jürgen Nowotny Geschäftsführer. Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht Rechtsanwalt Michael Pluta von der gleichnamigen Ulmer Kanzlei bestimmt (wir berichteten kurz).
Nowotech stellt verschiedene Behälter aus Stahl oder Aluminium her. Sie werden zum Beispiel als Kraftstofftanks für Busse und Baumaschinen verwendet. Auch Gepäckabdeckungen, Kühlerhauben, Werkzeugschränke und Briefkästen sind im Angebot. Zu den Abnehmern gehören Firmen wie Liebherr, Evobus oder MAN. An den beiden Standorten Eislingen und Geislingen sind jeweils etwa 90 Personen beschäftigt, so Gabriele Wunnenberg von der Pressestelle der Pluta Rechtsanwalts GmbH.
Die Belegschaft hatte zunächst im Dezember und Januar keinen Lohn erhalten. Der Dezember-Lohn ist dann verspätet Mitte Februar ausbezahlt worden. Damals hatte die IG Metall die Arbeitnehmer an ihr Recht auf Arbeitsverweigerung erinnert. Die Rede war auch davon, dass eine geordnete Insolvenz für Beschäftigte und Firma womöglich besser wäre, als die Weiterführung unter der bisherigen Leitung. Beschäftigte berichteten zudem, sie seien im Februar von der Geschäftsführung und einem vermeintlichen Investor dazu gedrängt worden, einen Lohnverzicht zu unterzeichnen. Zu der Übernahme durch den angeblichen Investor war es aber nicht gekommen.
Die Mitarbeiter werden jetzt für die Monate Januar, Februar und März Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Ob die beiden Firmen erhalten werden können, ist noch offen. Nach Auskunft der Kanzlei Pluta würden derzeit Gespräche mit möglichen Investoren geführt. Details könnten aber noch nicht genannt werden.
Nach Auskunft von Gewerkschaftsvertretern und auch von Nowotech-Beschäftigten ist die Auftragslage insgesamt gut, sodass eine Chance auf Fortbestand der Firmen bestünde. Dies bestätigt auch Pluta-Sprecherin Wunnenberg. "Die Kapazitätsauslastung liegt bei 100 Prozent." Allerdings sei im vorigen Jahr schon das Personal reduziert worden. Zu Gründen der Insolvenz trotz ordentlicher Auftragslage wollte sich die vorläufige Insolvenzverwaltung nicht äußern.
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Autor: DANIEL GRUPP | 09.03.2010
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Jetzt unter vorläufiger Insolvenzverwaltung: Die Nowotech Alu GmbH in Eislingen. Betroffen sind an diesem Standort etwa 90 Personen. Foto: Staufenpress
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