Göppingen feiert Konrad Zuse

Göppingen.  Computer-Erfinder Konrad Zuse hätte am 22. Juni seinen 100. Geburtstag feiern können. Grund für Gedenkveranstaltungen in ganz Deutschland. Die erste gibt es in Göppingen.

Weltweit gilt Konrad Zuse heute als Schöpfer des ersten frei programmierbaren Rechners, der wirklich funktionierte. Heute werden solche Maschinen als Computer bezeichnet. Der geniale Wissenschaftler, der 1995 gestorben ist, wird 2010 in Deutschland groß gefeiert: Ausstellungen, Vorträge, Sondermünze. Den Auftakt bildet am 24. April ein Festakt im Deutschen Museum in Berlin. Vier Wochen zuvor, am 25. März, 19.30 Uhr, feiert Göppingen Konrad Zuse, nach dem im Stauferpark eine Straße benannt ist. Sein Sohn Horst Zuse kommt auf Einladung von Volkshochschule und NWZ in die Stadthalle und wird in einem kurzweiligen Vortrag über die Erfindung seines Vaters berichten. Im Herbst vergangenen Jahres war Horst Zuse schon einmal in Göppingen. Damals erzählte er in einer NWZ-Veranstaltung zum Märklin-Jubiläumsjahr über die von ihm 1957 entwickelte programmierbare Modell-Eisenbahn. Bei diesem Besuch entstand die Idee, zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse seinen Sohn, der an der Technischen Universität Berlin lehrt, erneut nach Göppingen einzuladen.

Horst Zuse wird in seinem Vortrag im Märklinsaal der Stadthalle die frühen Rechnerentwicklungen aus den USA und Großbritannien vorstellen. Das Werk von Konrad Zuse mit seinen legendären Rechenmaschinen Z1 bis Z 4 (1936 bis 1945) und der Zuse KG, die als erste Firma eine kommerzielle Computerproduktion 1949 im hessischen Hünfeld begann, wird mit vielen Fotos und Videos aus den 50er Jahren präsentiert. Auch werden die Ideen von Konrad Zuse zum digitalen Universum, die er 1969 entwickelte, im heutigen Kontext diskutiert.

VHS-Leiter Wolfgang Merkle hofft, dass die Veranstaltung nicht nur das Interesse der Computerfreaks und Mitarbeiter in EDV-Unternehmen im Landkreis weckt, sondern aller, die täglich mit dem PC umgehen.

Konrad Zuse, 1910 in Berlin geboren, studierte an der Technischen Hochschule Charlottenburg, kündigte 1935 seine aussichtsreiche Stelle bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin und teilte seinen verblüfften Eltern mit, dass er das Wohnzimmer benötige, um eine vollautomatische Rechenmaschine zu bauen. Die Ursache für seinen spontanen Entschluss war die Vision, die stupide Arbeit des Rechnens durch eine vollautomatische Maschine erledigen zu lassen.


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Autor: RÜDIGER GRAMSCH | 20.03.2010

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