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"Gönnen wir uns mehr Popo-Tage"

Sie kam, sang und siegte - Liz Howard begeisterte in der Geislinger Stadtbücherei mit ihrem Charme, ihrer Stimme und mit Inhalten aus ihrem Buch.

Autor: CLAUDIA BURST |
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Sie kam mit Verspätung, weil die Verkehrsverhältnisse so widrig waren. Aber den Stress merkte ihr am Freitagabend keiner der 30 Besucher an. Liz Howard, Gospelsängerin und Buchautorin, eroberte die "Bühne" in der Stadtbücherei und die Herzen ihrer Gäste gleichermaßen im Sturm.

Eine musikalische Lesung mit Band war angekündigt. Was die unglaublich präsente US-Amerikanerin mit der Ausstrahlung einer Whoopi Goldberg im bodenlangen Mantel und mit pinkem Haar-Schal dann bot, war Konzert, ungezwungene Unterhaltung, Lesung und Interview gleichermaßen. Mit souveräner Vier-Mann-Band als Background ließ sie ihrer facettenreichen Soulstimme freien Lauf und sorgte für musikalisches Gänsehautfeeling.

"Als Eva noch mit Äpfeln warf" heißt das Buch der Frau aus New Orleans, die seit 20 Jahren in München lebt. Sie stellte es im Rahmen der Literaturnetz-Lesetage vor. Die Sängerin las jedoch nicht selber die von ihr verfassten Zeilen, sondern ließ diese von der Schauspielerin Diana Marie Müller vorlesen und sich von ihr dazu befragen.

Auf diese Art entstand eine kurzweilige Mischung aus Buchauszügen und persönlichen Statements - immer wieder untermalt mit berührenden Songs. Sie wolle Frauen inspirieren, damit sie mit ihr lachen und weinen können, erzählte die Autorin auf eine Frage von Diana Müller. Der Zusammenhalt unter Frauen ist beherrschendes Thema im amüsanten Buch, das neben unterhaltsamen auch nachdenklich machende Passagen enthält. "Wie wäre es wohl gewesen, wenn der Garten Eden nur für Frauen konzipiert worden wäre", sinniert die Autorin beispielsweise im Buch, "ich hätte zu meinen Eva-Schwestern gesagt: Tötet die Schlange! Lasst uns einen Gürtel daraus machen, damit die blöden Feigenblätter nicht immer rutschen!"

Liz Howard redete deutsch mit starkem amerikanischem Akzent und lachte auf eine charakteristische Weise, die zum Mitlachen animierte. Sie erzählte von ihren "Popo-Tagen", den Tagen, an denen sich "frau" rundum wohlfühlt. "Solche Popo-Tage sollten wir uns viel öfters gönnen", forderte sie die anwesenden Frauen und Männer auf. Immer wieder ließ die Frau mit dem blitzenden Lachen auch an negativen Erlebnissen in ihrem Leben teilhaben.

Doch "Vergebung", "Wahrheit mit Liebe" und "Dankbarkeitskuren" seien Wege, die ihr durchs Leben helfen und die ihr Leben positiv und kreativ verändert hätten. "Probiert es", forderte die Sängerin ihr Publikum nach zwei Stunden auf. Stürmischer Beifall signalisierte ihr, dass ihre authentische Art, die Buchinhalte zu kommentieren, gut angekommen war.

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