Fassadenwettbewerb für das Einkaufszentrum: Der Sieger ist ein Göppinger

Am Freitagabend stand der Sieger fest: Der Göppinger Architekt Klaus von Bock hat den Fassadenwettbewerb für das Einkaufszentrum in der Bleichstraße gewonnen. Das Votum der Jury fiel einstimmig aus.

HELGE THIELE |

Keines der 19 Mitglieder des Preisgerichts wusste, wer der Urheber des Fassadenentwurfs war, der alle so beeindruckte. Das Votum fiel einstimmig aus - und als die Identität des Architekten am Freitag nach einem langen Tag in der Stadthalle gelüftet wurde, war der Jubel groß: Der Göppinger Architekt Klaus von Bock ist der Sieger des anonymisierten Wettbewerbs, bei dem das passende Kleid für das geplante Einkaufszentrum in der Bleichstraße gesucht wurde. Als von Bock, der sofort telefonisch verständigt wurde, um kurz nach halb sieben den Märklinsaal betrat, brandete Applaus auf. Die Jury-Mitglieder, darunter Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen waren glücklich, dass es ein Göppinger ist, der dem neuen Einkaufskomplex in der östlichen Innenstadt ein ansprechendes Gesicht geben soll.

Neun Büros aus dem ganzen Bundesgebiet waren für den Wettbewerb ausgewählt worden, acht von ihnen hatten einen Entwurf abgegeben. Unter Vorsitz des Stuttgarter Architekten, Professor Fritz Auer, der seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste ist, beschäftigte sich das Preisgericht zehn Stunden lang mit den Fassaden-Vorschlägen. Der Entwurf von Bocks überzeugte die Juroren durch seine "Stadtbildverträglichkeit und Materialität".

Von Bock, der zahlreiche Bauten in Göppingen und im Landkreis entworfen hat (aktuell: "Stadtgarten" in Göppingen ) sagte am Freitag: "Architekt zu sein, macht schon Spaß, vor allem, wenn man freitagabends einen solchen Anruf bekommt." Architektur dürfe nicht modisch sein, da sie langlebig sein soll. Das habe er auch bei der Fassade für das Einkaufszentrum beherzigt. Der Jebenhäuser Klaus von Bock wählte "den hellen Ton des Jura-Kalksteins", damit das Kleid der Shopping-Mall nicht zu dunkel daherkomme, gerade auch, wenn es regne, "was bei uns ja öfter vorkommt".

Oberbürgermeister Guido Till lobte die "Sensibilität", mit der von Bock die teilweise gegliederte Fassade gestaltet habe. Für Gesprächsstoff sorgte am Freitagabend in der Stadthalle ein Vorschlag des Architekten, der mit dem Wettbewerb selbst und dem einstimmigen Votum nichts zu tun hat: Klaus von Bock regt in seinen Entwürfen an, das Parkhaus im Süden der Shopping-Mall, die Ende 2015 fertig sein soll, mit rund 80 Studentenwohnungen zu verkleiden. Diese sollten als "Bauscheibe" dem Parkhaus vorgelagert werden. "Es ist wichtig, dass der im Süden geplante Platz auch belebt wird", meinte von Bock, der mit seiner Wohn-Idee eine Verknüpfung herstellen möchte zwischen der Shopping-Mall und dem benachbarten Karlstraßengebiet sowie zwischen dem Einkaufscenter und dem angedachten Hochschul-Campus südlich der Fils.

Ob es im Bereich Bleichstraße tatsächlich einen Bedarf für Studentenwohnungen gibt und ob die Investoren - die Familie Schenavsy und die Acrest Property Group - bereit sind, diese Idee - einschließlich der Kosten - in ihre Planung aufzunehmen, ist unklar. Simon Schenavsky wollte sich gestern nicht festlegen: "Ich sage dazu weder Ja noch Nein."

Vom kommenden Dienstag bis 19. April werden die eingereichten Fassaden-Entwürfe im Erdgeschoss des Göppinger Rathauses ausgestellt (montags bis donnerstags 8 bis 16.30, freitags 8 bis 12 Uhr).

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