Einlegesohlen gehen weg wie warme Semmeln
Kreis Göppingen. Die zuletzt eisigen Temperaturen bescheren dem Einzelhandel eine starke Nachfrage nach Winterartikel. Wer jetzt einkauft, kann kräftig sparen.
Das Gesetz, das den Winterschlussverkauf regelte, gibt es zwar nicht mehr, die Zeit, in der die Preise fallen, ist aber dennoch fest in den Köpfen der Verbraucher verankert. Das weiß auch Rainer Frey, vom Uhinger Modehaus Frey: " Der Winterschlussverkauf gehört für die Kunden dazu." Früher fiel der Startschuss am letzten Montag im Januar, der Verkauf lief bis Mitte Februar. In den vergangenen Jahren haben die Rabattschlachten der Einzelhändler jedoch schon deutlich früher angefangen. Schon kurz nach Weihnachten machten dicke Prozentzeichen auf gesunkene Preise aufmerksam.
"Bei uns läuft die Winterware sehr gut", betont Frey. Das komplette Wintersortiment ist um 50 Prozent reduziert, teilweise werden sogar 70 Prozent Rabatt gewährt. "Allerdings haben wir auch schon eine starke Nachfrage nach Frühjahrsmode", so Frey. Das eiskalte Winterwetter komme dem Bekleidungssektor sehr entgegen.
Auch bei Schuh- und Sport-Rollmann in Holzheim ist man durchaus zufrieden. "Outdoorbekleidung, Mützen, Handschuhe und Winterschuhe werden stark nachgefragt", bestätigt Alexander Matula. Ob Ski- oder Snowboardausrüstung, passende Sicherheitskleidung, wie Helme, Skistiefel, Winterjacken, Handschuhe, Mützen, Schals und warme Winterunterwäsche, bei Sport Leibfried in Göppingen läuft der Verkauf der Winterware seit dem Kälteeinbruch wie am Schnürchen. "Die Nachfrage ist deutlich gestiegen", weiß Brigitte Simonka.
Albert Rieker, Chef des Süßener Modehauses Rieker, sagt hingegen, dass der Temperatureinbruch für den Einzelhandel insgesamt zu spät kam: "Vieles konnte nicht zum regulären Preis verkauft werden." Die Rendite bleibe auf der Strecke, weil die Kunden jetzt nach Schnäppchen suchen und auch er bietet Winterbekleidung zum halben Preis. "Wir haben im Dezember schon gut abverkauft", erklärt Rieker, sein Lager sei relativ gut geräumt. "Die Nachfrage nach Winterjacken und Stricksachen ist gestiegen", ergänzt er. Insgesamt sei in der Herbst- und Wintersaison schon sehr früh mit reduzierten Preisen gelockt worden. "Wegen der bisher milden Temperaturen", erläutert Rieker. Auch er verzeichnet bereits eine große Nachfrage nach der neuen Frühjahrskollektion.
Auch bei Shoetown Werdich in der Göppinger Fußgängerzone können die Kunden sparen. "Die Übergangsware und die leicht gefütterten Stiefel sind weg", sagt Filialleiterin Annette Romeis. Bei richtig mollig warmen Stiefeln steigt gerade die Nachfrage. "Wir haben noch genügend auf Lager", sagt Romeis. Was derzeit weg geht, wie warme Semmeln, das seien warme Einlegesohlen. "Da mussten wir schon nachordern", so Romeis. Sie beobachtet, dass die Schnäppchenjäger auf der Suche nach den absoluten Topangeboten seien und erlebt häufig, dass den Kunden die Ware, die schon bis zu 30 Prozent reduziert sei, immer noch zu teuer ist. "Schuhe, die nicht reduziert sind, werden so gut wie gar nicht gekauft", bedauert Annette Romeis.
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Autor: IRIS RUOSS | 06.02.2012
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Beim Kauf von Winterwaren purzeln gerade die Preise. Foto: dpa
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