Ein Hospiz für Nepal

Das Ebersbacher Nepal-Schulprojekt mausert sich immer mehr zum ganzheitlichen Hilfsprojekt. Im Mai wird Spatenstich für ein Hospiz sein. Die Schule in Humla bekommt Duschen und Toiletten.

KARIN TUTAS |

Mit froher Kunde für ihre Vereinsmitglieder und Unterstützer ist Astrid Vöhringer aus Nepal zurückgekehrt. Bei ihrem jüngsten Aufenthalt im Himalaya-Staat hat die Vorsitzende des in Ebersbach ansässigen Vereins grünes Licht für ihr nächstes Projekt bekommen, das einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des vor 14 Jahren gegründeten Vereins darstellt. Im Städtchen Dadikot im Kathmandu-Tal wird mit Geldern des Vereins ein Hospiz für alte, alleinstehende Menschen errichtet.

Bereits im Mai wird Vöhringer wieder ins Flugzeug steigen, um bei der Grundsteinlegung für die neue Einrichtung dabei zu sein. "Das Projekt ist die konsequente Fortführung unserer bisherigen Arbeit", erklärt die Ebersbacherin. Mit Kindergärten und mehreren Schulen sorge der Verein für die Zukunft der Kinder. Damit die auf Hilfe zur Selbsthilfe ausgelegte Arbeit jedoch nachhaltig wirke, müssten entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. So werden die Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt und ein Sanitätsposten eingerichtet. Auf einem dem Verein vom Staat vermachten Stück Land wurden inzwischen dank einer 10 000-Euro-Spende der Daimler-AG tausende Bäume gepflanzt, die nicht nur dem Erhalt der Landschaft dienen, sondern den Einheimischen auch Einkommensmöglichkeiten bieten sollen.

Kummer machte Vöhringer bei ihren Besuchen indes die Situation der alten Menschen in den Dörfern. "Viele alte Leute sind sich selbst überlassen, weil die Angehörigen weggezogen sind." Sie sollen mit dem Hospiz künftig eine Bleibe bekommen, wo sie versorgt und gepflegt werden. Stolz zeigt Astrid Vöhringer den baureifen Plan, den eine befreundete Architektin entworfen hat - für ein Gebäude in traditioneller nepalesischer Bauweise in L-Form mit einem innenliegenden überdachten Laubengang. Zehn bis zwölf alte Menschen sollen hier zunächst Platz finden. "Das Haus ist so konzipiert, dass es erweitert werden kann", sagt Vöhringer. Ein Pavillon im Innenhof sei als Begegnungsstätte für alle Menschen im Dorf vorgesehen.

Zu dem Hospiz, das nahe der heiligen, vom Förderverein wieder hergestellten Wasserstelle errichtet wird, werde auch eine Krankenstation gehören, "dort können auch die Menschen aus dem Dorf hinkommen", betont die Ebersbacherin. Geleitet werde das Hospiz von einer Nepalesin, die in Deutschland zur examinierten Krankenpflegerin ausgebildet wurde. Frauen aus dem Dorf werden kochen und die alten Menschen pflegen. Der Förderverein werde zwar künftig das Projekt noch begleiten, "es soll sich aber alleine und mit Hilfe der Gemeinde tragen".

Eine letzte Investition steht für den Verein in diesem Jahr in der Himalaya-Region Humla an. Dort ist inzwischen ein Schulzentrum mit 350 Schülern entstanden. "Wir bauen hier im Herbst neue Toiletten und ein Dusch- und Waschhaus", berichtet Astrid Vöhringer. Möglich sei das durch eine Spende der Stadtwerke Esslingen, die zum "Tag des Wassers" Hilfsprojekte auswählen. Damit soll dann Schluss sein mit baulichen Investitionen in Humla. Lediglich das Schulgeld für 20 Kinder werde der Verein weiter zahlen. Auch in Humla ist der Plan des Fördervereins aufgegangen. Zu dem vom Förderverein errichteten Hostel hat sich ein zweites gesellt, das in Kooperation mit einer nepalesischen Hilfsorganisation entstanden ist. "Das ist super, dass es inzwischen Nachahmer im Land gibt", sagt Vöhringer und strahlt. Die Ebersbacherin, die in dem Himalaya-Staat hoch angesehen ist, verfügt inzwischen über ein dichtes Netzwerk in Nepal. Sei es bei der Bauleitung oder dem Betrieb der Schulen und Einrichtungen: "Ich habe Leute vor Ort, auf die Verlass ist." Und für die Zukunft sei vorgesorgt, dass die Projekte aus eigener Kraft weiterlaufen.

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