Diebe stehlen sogar Nummernschilder

Kreis Göppingen.  Der Schreck ist groß, wenn plötzlich das eigene Nummernschild fehlt. Dennoch ist der Diebstahl von KFZ-Kennzeichen auch im Kreis nichts Neues.

Seit Beginn des Jahres wurden in Göppingen und Umgebung 16 Diebstähle von Autokennzeichen gemeldet. Nicht ohne Grund: Kriminelle benutzen gestohlene Kennzeichen, "um Rückschlüsse auf ihre Identität bei strafbaren Handlungen zu verschleiern", erklärt der Pressesprecher der Polizei, Uli Stöckle. Im Kreis sei das beispielsweise bei einem Betrug an einer Tankstelle passiert. Der Straftäter hatte getankt, ohne zu bezahlen. Für die Betroffenen ist der Verlust des Kennzeichens oft mit sehr viel Mühe verbunden.

"Viele Fahrer sind auch enttäuscht, wenn sie ihr Nummernschild verlieren oder es ihnen geklaut wird - gerade wenn es besonders schöne Kombinationen waren", erzählt Matthias Haug, Leiter der KFZ-Zulassungsbehörde Göppingen sowie Geislingen. Man wisse nie, in welche Hände verlorene oder geklaute Kennzeichen kämen, fährt er fort. Deswegen sei es besonders wichtig, den Verlust sofort zu melden. Ohne Kennzeichen darf man sein Auto keinen Meter mehr fahren. Das könne gerade im Ausland schwierig werden, erzählt Haug. "Wer bemerkt, dass sein KFZ-Kennzeichen fehlt, sollte sofort Anzeige bei der Polizei erstatten." Dann folgt der Gang zur Zulassungsbehörde.

Die Kosten für neue Schilder, Änderung der Fahrzeugpapiere und Gebühren schlagen mit durchschnittlich 60 Euro zu Buche - ein finanzieller Schaden, der von keiner Versicherung ersetzt wird. "Das Nummernschild muss fest angebracht sein, bevor das Auto wieder gefahren werden darf", kommt der Chef der Zulassungsbehörde auf die Vorschriften zu sprechen. "Oft hört oder sieht man auch, dass Kennzeichen sichtbar hinter die Scheibe gelegt werden. Dass das erlaubt ist, ist aber ein Trugschluss", erklärt der 39-Jährige.

Nur zwei der 16 seit Jahresbeginn gestohlenen Schilder tauchten wieder auf. "Vermutlich wurden sie nicht entwendet, sondern gingen verloren", erklärt Polizeisprecher Stöckle. Örtlicher Schwerpunkt der Diebstähle sei Göppingen mit den Stadtbezirken. Dort wurden zehn Schilder gestohlen. Die Zahlen scheinen hoch - dennoch sind sich Stöckle und Haug einig: "Das ist keine ungewöhnliche Häufung, sondern entspricht den Beobachtungen der vergangenen Jahre."


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Autor: VERENA HERWIG | 10.03.2010

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