Die Geschichte des DRK erleben

Kreis Göppingen.  Aus dem kleinen DRK-Museum im Geislinger Gemeinschaftshaus soll ein Rotkreuz-Museum für ganz Baden-Württemberg werden. Auf 350 Quadratmetern wird die Geschichte des Roten Kreuzes präsentiert.

. Die Freude im DRK-Kreisverband Göppingen ist riesig: Aus dem kleinen DRK-Museum im Geislinger Gemeinschaftshaus soll ein Rotkreuz-Museum für ganz Baden-Württemberg werden. Nach vier Jahren Planung fiel nun die Entscheidung und der DRK-Landesausschuss stimmte dem Bau des Museums im Oberen Filstal zu.

"Wir sind sehr glücklich über diesen Entschluss und freuen uns, stellvertretend für ganz Baden-Württemberg unsere Exponate präsentieren zu dürfen", sagen der DRK-Kreisvorsitzende Peter Hofelich und der DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber. Auch der Präsident des DRK-Landesverbandes Dr. Lorenz Menz freut sich auf das neue Rotkreuz-Landesmuseum, das rechtzeitig zum 150-jährigen Jubiläum des Deutschen Roten Kreuzes im Jahr 2013 fertiggestellt werden wird.

Seit 1987 gibt es ein RotkreuzMuseum im Geislinger DRK-Gemeinschaftshaus an der Eyb. Bereits 1978 hatte Museumsgründer Rolf Ellinger mit dem Sammeln von Ausstellungsstücken begonnen. Doch bislang fristeten die Exponate ein eher bescheidenes Dasein in den Kellerräumen des Gebäudes. Das Interesse an den Stücken ist da; immer wieder kommen Gruppen zur Besichtigung des Museums. Es sei sehr schön, dass man der Sammlung Ellingers nun einen angemessen Rahmen bieten könne, so Hofelich. Für die Unterstützung aus dem gesamten Landesverband sind er sowie der gesamte DRK-Kreisvorstand sehr dankbar. "Alleine hätten wir ein solches Museum nicht verwirklichen können."

Mit den neuen Ausstellungsräumen bekommen die Exponate aus vielen Jahrzehnten Rotkreuz-Geschichte nun einen ansprechenderen und zeitgemäßen Rahmen. Auf 350 Quadratmetern entsteht eine große Ausstellungsfläche. Dafür wird ein Teil der bestehenden Räume im ersten Obergeschoss abgerissen. Sie machen Platz für das Museum. Die ehrenamtlichen Rotkreuz-Gruppierungen des Ortsvereins bekommen neue Räume im neuen zweiten Obergeschoss. Den Umbau realisiert das Architekturbüro Liebrich aus Hattenhofen, das schon das DRK-Seniorenzentrum in Hattenhofen und die Rettungswache in Süßen entworfen hat.

Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 1,05 Millionen Euro. Davon entfallen 700 000 Euro auf den Bau des Museums und weitere 350 000 Euro auf die Einrichtung des Museums und die Präsentation der Exponate. Der DRK-Landes- und der Kreisverband tragen jeweils ein Drittel der Kosten. Das letzte Drittel übernehmen die übrigen 33 Kreisverbände des Landesverbands. Durch die solidarische Mitfinanzierung sehe sich der DRK-Kreisverband Göppingen auch in seiner Bereitschaft bestätigt, neue und wegweisende Aufgaben wahrzunehmen, sagt Peter Hofelich. So habe man in den vergangenen Jahren etwa mit dem Familienzentrum oder der Qualitäts-Zertifizierung des Rettungsdienstes immer wieder Neuland beschritten. "Das DRK im Land und seine Gliederungen anerkennen dies. Dieses positive Image hat sicher auch zur gemeinschaftlichen Finanzierung beigetragen", so der Kreisvorsitzende.

Kreissparkasse, Volksbank und die WMF haben zugesagt, das Projekt mit Spenden zu unterstützen. Peter Hofelich: "Das Museum kann sich in eine touristische und soziale Profilierung unserer engeren Heimat sehr gut einfügen. Dafür brauchen wir aber Zusammenarbeit und Willen." Die geplante Eröffnung des Museums im Jahr 2013 fällt nicht nur mit dem 150-jährigen Bestehen des Deutschen Roten Kreuzes und des DRK-Landesverbandes zusammen, sondern auch mit dem 125-jährigen Bestehen des Ortsvereins Geislingen.

Die Kunsthistorikerinnen Su- sanne Mück und Ute Beitler aus Tübingen entwerfen das Konzept für die Ausstellung. Sie wollen das Rote Kreuz in all seinen Facetten vorstellen und einen Blick auf Geschichte, Aufgabenfelder und Selbstverständnis des DRK in Baden-Württemberg ermöglichen. Historische Rettungsgeräte, Infotafeln, ein Kinoraum und Wechselausstellungen sorgen für interessante Einblicke. Mit moderner Museumsdidaktik - Hör- und Filmaufnahmen sowie interaktiven Bildschirmen - sollen Besucher angesprochen werden.


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Autor: KATHRIN SCHOCH | 10.02.2012

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