Der Kapitän geht von Bord
Göppingen. Abschied eines Wegbereiters: Nach 35 Dienstjahren allein an der Göppinger Wilhelm-Busch-Schule für Sprachbehinderte wurde jetzt deren Schulleiter Joachim Datko in den Ruhestand verabschiedet.
"Heute geht eine Ära zu Ende", so die Worte von Landrat Edgar Wolff zur Verabschiedung Joachim Datkos als Schulleiter der Göppinger Wilhelm-Busch-Schule. In der Tat prägte der 63-Jährige die Geschicke der Schule für Sprachbehinderte von Anfang an - 35 Jahre lang. Nun verlasse der Kapitän das Schiff, so Wolff weiter. Stets sei es ihm gelungen, dieses sicher zu steuern, auch dem einen oder anderen Sturm habe Datko gemeinsam mit den Kollegen erfolgreich getrotzt.
Mit 13 Schülern hat die Schule einst provisorisch angefangen. Zu den Standorten zählten vor Göppingen Kuchen und Rechberghausen. "Heute betreuen 35 Lehrer rund 140 Schüler in zwölf Klassen bis zur Klassenstufe sechs", zeigte Wolff die Fortschritte auf. "Joachim Datko hatte stets ein offenes Ohr für alle am Schulleben Beteiligten, für den Landkreis als Schulträger war er immer ein angenehmer und loyaler Partner", so der Landrat.
Auch Schulamtsdirektor Hans-Jörg Polzer war voll des Lobes für den Sonderschul-Kollegen und charakterisierte Datko als "gründlichen, empfindsamen Beobachter, ein Sonderpädagoge durch und durch, dessen fachliche Kompetenz über den Landkreis hinaus geschätzt wird". Charaktereigenschaften, denen die anwesenden Kollegen nur zustimmen konnten: "Die Zusammenarbeit hätte nicht besser sein können", so Konrektorin Dorothe Faupel.
Datkos schulische Laufbahn begann 1968 an der Sonderschule seiner Heimatstadt Ellwangen und führte schließlich über mehrere Stationen 1983 an den heutigen Standort der Wilhelm-Busch-Schule nach Göppingen. "Sie haben großartige Arbeit geleistet", so das Resümee Polzers, als er Joachim Datko auf dessen Antrag hin in den wohlverdienten Ruhestand versetzte.
Nicht nur das Kollegium unter der Federführung von Konrektorin Dorothe Faupel, sowie die Schulleiter-Kollegen des Landkreises, auch die Kinder der Wilhelm-Busch-Schule bereiteten ihrem Rektor mit einem bunt zusammengestellten Programm eine schöne Abschiedsfeier. Zum Abschied gabs für den sichtlich gerührten Schulleiter dann noch einen riesigen Strauß bunter Blumen, dessen Bestandteile einzeln von den Schülern überreicht wurden.
"Durch das große Lob könnte man fast überheblich oder größenwahnsinnig werden", meinte Joachim Datko schmunzelnd, da er aber ein Skeptiker sei, passiere das in seinem Fall sicher nicht. Charaktereigenschaften wie Beständigkeit, Verlässlichkeit oder auch Durchhaltevermögen unterschreibe er dagegen gern. "Die Kinder, für die ich verantwortlich war, brauchen als erstes Verlässlichkeit, daher war ich auch 35 Jahre lang an der selben Schule", so Datko. Entgegen seiner Absichten werde er gar sentimental, "weil ich eine laufende Entwicklung nicht zu Ende führen kann - das bin ich nicht gewohnt", fügte der scheidende Schulleiter hinzu. Leider habe er auch die Frage eines Erstklässlers, wer denn der "neue Herr Datko" werde, noch nicht beantworten können, meinte er im Hinblick auf die noch ungeklärte Nachfolgerfrage.
Am meisten werde er im Ruhestand natürlich die Kinder vermissen, ebenso die Kollegen, betont er. "Auf eins freue ich mich dennoch: Endlich kann ich abends ohne schlechtes Gewissen so lange wach bleiben wie ich will, um zu lesen oder auch zu zeichnen", meint Datko lachend angesichts der neu gewonnenen Freizeit.
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Autor: KATJA EISENHARDT | 29.07.2010
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Strahlend nahm der scheidende Rektor Joachim Datko bei seiner Verabschiedung die Blumen seiner Schüler entgegen. "Die Kinder werde ich im Ruhestand natürlich am meisten vermissen", ist er sich sicher. Foto: Staufenpress
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