Der Frust mit dem Frost

Göppingen.  Auf vielen Nebenstraßen und Gehwegen im Landkreis ist Vorsicht angebracht: Der Schnee hat sich in Eis verwandelt, welches durch die Sonne schmilzt. Der Spaziergang kann schnell zur Rutschpartie werden.

Klagen über schlecht geräumte Straßen sind Bauhofchef Bernd Burckhardt nicht fremd. Nachvollziehen kann er sie nicht. "Ich finde es nicht schlecht, sondern den Umständen entsprechend geräumt", erklärt Burkhadt. "Immerhin konnten wir den Verkehr und die Steigungen aufrecht erhalten - trotz der Salzknappheit." In Städten wie Ulm sei das teilweise nicht mehr möglich gewesen und Bundesstraßen seien gesperrt worden, so der Leiter des städtischen Betriebshofes. Vorgestern sei eine Lieferung von 25 Tonnen Streusalz angekommen. "Das ist gut, aber wir wären froh gewesen, wenn wir das Salz vor dem Wochenende bekommen hätten", meint der 54-Jährige. Denn es hätte noch nie in so kurzer Zeit so viel Schnee gegeben wie am vergangenen Samstag: Über 20 Zentimeter Neuschnee in fünf Stunden. "Wir hatten Glück und sind mit einem blauen Auge davon gekommen", erzählt er.

Auch für das Straßenbauamt ist es ein harter, langer Winter, wie dessen Leiter, Henning Hoyler, berichtet. "Es ist auch durchaus denkbar, dass sich der Winter bis April hinzieht und es noch vereinzelte Schneefälle geben wird." Deshalb sei es mit den Schneeverwehungen auch noch nicht vorbei. Die Gefahr sieht Hoyler, der für Bundes- Landes- und Kreisstraßen zuständig ist, in dem wechselnden Fahrbahnzustand. "Schnee bedeutet immer eine erhöhte Rutschgefahr, also sollte man seine Fahrweise entsprechend anpassen". Selbst Hoyler reicht es langsam mit dem Schnee: "Man hat einfach genug von der Kälte. Ich würde am liebsten bei 20 Grad Fahrrad fahren."

Dass der Winter dieses Jahr ein extremes Ausmaß angenommen hat, kann Josef Oswald, Leiter der Wetterstation Stötten, nicht bestätigen. Im vergangenen Winter gab es in der meteorologischen Winterzeit vom 1. Dezember bis zum 28. Februar 80 Tage mit Schneedecke. Dieses Jahr zählten die Meteorologen im gleichen Zeitraum die gleiche Anzahl an Schnee-Tagen. "Von daher haben wir kein Jahrhundertwetter, sondern einen ganz normalen Winter", erklärt Oswald.


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Autor: MONA MOLL | 10.03.2010

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