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Das Ja-Wort steht noch aus

Das Aufgebot für die "Traumhochzeit der Spielwaren-Branche" ist noch nicht bestellt - die Übernahme von Märklin durch den Bobby-Car-Hersteller Simba Dickie offen. Das Ja-Wort steht aus.

Autor: JOA SCHMID |
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Die beabsichtigte Übernahme des Göppinger Traditionsunternehmens Märklin durch den Bobby-Car-Produzenten Simba Dickie ist noch nicht in trockenen Tüchern, das Ja-Wort steht noch aus. Die Vorbereitungen auf die "Traumhochzeit in der Spielwarenbranche" laufen aber offenbar auf Hochtouren. "Wir sind noch mitten in den Verhandlungen und der Überprüfung der Bücher", berichtete der Chef der Simba Dickie Group, Michael Sieber, laut der Deutschen Presseagentur. Es würden noch verschiedene Gespräche geführt; diese wolle man nicht durch öffentliche Stellungnahmen belasten, gab sich der Chef des Fürther Familienunternehmens bei der Vorlage der Firmenbilanz 2012 zurückhaltend. Nur soviel ist klar: Simba Dickie habe grundsätzlich weiterhin Interesse an Märklin, sagte Sieber. "Wir wollen trotz unserer stärkeren Fokussierung auf globale Wachstumsmärkte keine Chance liegen lassen, die sich uns in Europa bietet." Eine Entscheidung in Sachen Märklin erwarte er aber nicht vor Ende Februar oder Anfang März. Das hatte der Simbachef bereits im November vergangenen Jahres angekündigt, als die Übernahmepläne bekannt geworden waren.

Auch Märklin-Treuhänder Michael Pluta hält sich gegenüber der NWZ bedeckt. "Wir befinden uns mitten im Prozess." Mehr will Pluta zum Stand der Dinge bei den Verhandlungen momentan nicht sagen. Tatsächlich merkt man bei dem Modellbahnhersteller, der 2009 Insolvenz angemeldet hatte und inzwischen mit eigener Kraft aus der Krise gedampft ist, keinen Zeitdruck. Der Insolvenzplan sieht einen Verkauf erst 2014 vor.

Eine Rolle bei den Übernahmeverhandlungen spielen auch die Tarifverträge der Märklin-Beschäftigten und die damit verbundenen finanziellen Belastungen für den Käufer, bestätigt der Göppinger Betriebsratsvorsitzende Georg Geiger gegenüber der NWZ. Tatsächlich beinhaltet der so genannte Anerkennungstarifvertrag, den die IG-Metall mit Märklin ausgehandelt hat, eine 39,5-Stunden-Woche, 50 Prozent der in der Branche ausgehandelten Tariferhöhungen, ein Drittel Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine Gewinnbeteiligung in Form einer Jahresprovision.

Betriebsratschef Geiger sieht die mögliche Übernahme von Märklin durch Simba-Dickie "sehr positiv". "Das sieht die gesamte Belegschaft genau so." Das tun auch die 1350 Gläubiger, darunter die Geldinstitute Goldman Sachs, BW-Bank und Kreissparkasse Göppingen, denen Märklin momentan gehört. Sie haben dem Unternehmen nach der Insolvenz 2009 den Ausstieg aus der Krise ermöglicht und hoffen nun mit Märklin-Treuhänder Michael Pluta auf den "Unternehmer mit Herzblut, der auch die Größe hat, dass er das stemmen kann".

An der Größe dürfte die Übernahme kaum scheitern. 2011 hat Simba-Dicki mit 3700 Beschäftigten einen Umsatz von 620 Millionen Euro erzielt, im abgelaufenen Jahr ist er leicht auf 615 Millionen Euro gesunken. Zum Vergleich: Bei Märklin erwirtschafteten 1000 Mitarbeiter in Göppingen und im ungarischen Györ 108 Millionen Euro.

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