Bildung als zentrale Aufgabe
Kreis Göppingen. Bildungsarbeit ist für Werner Stepanek eine zukunftsweisende Aufgabe. Der frühere Göppinger Stadtrat und Schulleiter der Kaufmännischen Schule ist jetzt Vorsitzender des EKD-Bildungsausschusses.
"Eigentlich habe ich immer dann aufgehört, wenn ich das Gefühl hatte, es ist Zeit wieder etwas Neues anzufangen", sagt Werner Stepanek. Und: "Man muss loslassen können." Im vergangenen Jahr hatte der 59-jährige studierte Wirtschaftswissenschaftler und Germanist aus Faurndau nach 32 Jahren im Schuldienst seine Tätigkeit als Schulleiter aufgegeben. Um mehr Zeit für Engagements in der Evangelischen Kirche zu haben. Am 7. November wurde Stepanek wie berichtet auf der EKD-Synode in Magdeburg mit zwei Dritteln aller Stimmen zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses "Erziehung, Bildung und Jugend" der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. Als Nachfolger des Hannover Ministerialdirektors Rolf Bade konnte sich Stepanek dabei gegen zwei Mitbewerber durchsetzen.
Seine künftige Aufgabe wird es sein, für eine innovative Bildungspolitik in der Kirche und für die Gesellschaft Impulse zu setzen. Erfahrung bringt der verheiratete Vater eines 15-jährigen Sohnes bereits genügend mit. "Ich habe parlamentarisches Arbeiten von der Pike auf gelernt", erklärt Stepanek. Der gebürtige Faurndauer war von 1977 an - noch während seiner Studienzeit in Tübingen - bis 1996 SPD-Vorsitzender in seiner Heimatgemeinde. Von 1979 bis 2000 saß Stepanek im Göppinger Gemeinderat, die letzten fünf Jahre als Vorsitzender der SPD-Fraktion. Viel habe er unter dem früheren Göppinger SPD-Frontmann Heinz Rapp gelernt, betont Stepanek. Dies helfe ihm jetzt, da er quasi im "Bundestag der evangelischen Kirche" sitzt.
Der berufliche Werdegang des Faurndauers verlief gradlinig. Nach Abitur und Studium kehrte Stepanek 1978 als Referendar an die Kaufmännische Schule zurück, wurde zuerst Lehrer und 1998 Schulleiter einer Bildungseinrichtung, die sieben Schularten mit 2500 Schülern und 130 Lehrern umfasst. "Mich hat immer schon die Frage beschäftigt, woran orientiert sich die Gesellschaft?", sagt Werner Stepanek - und hat herausgefunden: "Nicht an Parteiprogrammen und Regierungserklärungen - es ist die Ordnung unseres christlichen Abendlandes." Auf dieser Ebene hat Stepanek sich stets engagiert. In der Kirche, der Kaufmännischen Schule, der Kommunalpolitik und nicht zuletzt in der Kunst. Seit 1978 tritt er als Stahlbildhauer in Erscheinung. Weit über die Region hinaus findet er Beachtung. 2001 gründete Stepanek die Initiative "Alter Farrenstall" zur Rettung des historischen Gebäudes in Faurndau. 2008 entstand durch sein Betreiben die Stiftung "Zukunft Bilden" der Kaufmännischen Schule Göppingen. Im selben Jahr wurde Stepanek Vorsitzender des Kuratoriums der Evangelischen Akademie Bad Boll und zum Mitglied der 14. Synode der evangelischen Landeskirche gewählt.
Ausgleich und Zeit zur Erholung zwischen seinen kirchlichen und sozialen Engagements findet Stepanek auf recht bodenständige Weise. Vergangenes Jahr erwarb er eine Baumwiese und begann, alte Obstbaumsorten anzupflanzen. Der Germanist ist leidenschaftlicher Sammler deutscher Exilliteratur aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Ein schwieriges Unterfangen, räumt er ein. Seine neue Aufgabe, so hat es den Anschein, wird im leichter fallen. Im Visier hat er das Lutherjahr 2017. Gedanklich beschäftigte er sich bereits mit Veranstaltungen und Impulsen die frühzeitig angegangen werden müssen. Und um Bildung - für ihn nach wie vor eine zukunftsbestimmende Aufgabe.
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Autor: HANS STEINHERR | 15.12.2011
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Vom Schulleiter zum Kirchenfunktionär: Werner Stepanek aus Faurndau.
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