Betrüger müssen fast vier Jahre ins Gefängnis
Ulm/Göppingen.
Die Firma handelte mit Finanzdienstleistungen, trat als Frisch-Auf-Sponsor auf, lud regelmäßig zur Sponsorennacht für den Handball-Traditionsverein und musste im September 2010 Insolvenz anmelden. Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: "Profinanz" wurde von zwei Betrügern geführt. Gestern wurden die ehemaligen Chefs vom Landgericht Ulm wegen Betrugs in 95 Fällen zu jeweils drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der entstandene Schaden beträgt derzeit noch 2,5 Millionen Euro.
Der Sprecher des Ulmer Landgerichts, Stefan Adamski, erklärt, dass die beiden Brüder Kredite in dem Wissen aufnahmen, diese nicht mehr zurückzahlen zu können. Bereits während des Ermittlungsverfahrens seien sie geständig gewesen und hätten sich "äußerst kooperativ" gezeigt. Dies führte auch zu einem Deal aller Prozessbeteiligten - nur so konnten die Angeklagten mit dem relativ milden Urteil davonkommen. Normalerweise stehen auf Betrug bis zu fünf Jahre Haft, in besonders schweren Fällen sind bis zu zehn Jahre möglich.
"Profinanz" hatte zum Zeitpunkt der Insolvenz 19 Mitarbeiter, die rund 2000 Kunden betreuten. 16 Jahre lang hatte das Unternehmen in der Region Finanzdienstleistungen angeboten. Als Grund für die Insolvenz hatten die beiden Chefs 2010 die "konjunkturelle Entwicklung" angegeben. dh
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Autor: SWP | 06.10.2011
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