Bestseller-Autoren sorgen für spannenden NWZ-Talk

Der Sachbuch-Thriller "Der Crash ist die Lösung" ist ein Bestseller: Die beiden Autoren, die Wirtschaftsexperten Marc Friedrich und Matthias Weik, diskutierten beim NWZ-Talk im ausverkauften Alten E-Werk.

ANNEROSE ... | 1 Meinung

Zwei gut gelaunte Moderatoren, zwei gut präparierte und frech-locker-schlagfertige junge Autoren und viel Sachverstand im Publikum ergaben am Freitagabend einen knapp zweistündigen spannenden NWZ-Talk im ausverkauften Alten E-Werk in Göppingen. Der Abend war vergnüglich - trotz der finanz-apokalyptischen Prognosen von Marc Friedrich und Matthias Weik. Die beiden Autoren des Bestsellers "Der Crash ist die Lösung" - Deutschland-Premiere des Buchs war im Mai vergangenen Jahres in der Göppinger Stadthalle - stellten sich zum zweiten Mal in Göppingen den Fragen eines interessierten Publikums, das sich in zwei Blöcken zwischen den Parts der NWZ-Moderatoren Helge Thiele und Joa Schmid reichlich zu Wort meldete.

Hauptthese der Autoren war: Da der Euro ein rein politisch motiviertes, jedoch gescheitertes Währungsexperiment sei, es den Menschen in ihrem Wachstumswahn und in der systemimmanenten Gier nach Geld immer noch zu gut gehe, sei die Krise nicht lösbar.

Wenn dieses Geldsystem nicht geändert und nicht zu Werten wie Menschlichkeit und Anstand zurückgekehrt werde, müsse es unweigerlich zum Crash kommen. Ein Wandel komme nicht von oben und nicht von der Politik, denn es gebe eine Abhängigkeit zwischen Bankwirtschaft und Politik und eine Finanz- und Gelddiktatur. Sie hätten die Griechenland-Krise vorausgesagt und die Niedrigzinspolitik, betonten die Autoren. Die EZB kaufe jetzt Staatsanleihen mit Riesensummen. EZB-Chef Draghi sei nicht demokratisch gewählt. Die Notenbanken seien Brandlöscher, aber gleichzeitig Brandverursacher.

Seit 2007 hätten sich die Schulden verdoppelt. Schulden mit Schulden zurückzuzahlen habe aber noch nie funktioniert. Die beispiellosen Rettungsaktionen seien gescheitert und würden weiter scheitern, sind Friedrich und Weik überzeugt - dennoch würden immer neue "Rettungsschirme" aufgespannt. Weil Politik und Banken einen Dominoeffekt fürchteten, werde Griechenland "gerettet", aber die Zeche zahle der Steuerzahler, weil Draghi die Statuten gebrochen habe. Die Oberen hätten "ihr Schäfchen schon ins Trockene gebracht". Die Position der Autoren, die inzwischen auch in Fernsehsendungen (Lanz, Maybrit Illner) eingeladen wurden: "Wir fordern eine Haftungsregelung für Politiker und Banker, die mit Haus und Hof haften sollen, wenn etwas schief geht, und nicht der Steuerzahler."

Auf die Frage, was die Lösung sei, antworten Weik und Friedrich, jeder könne als Konsument mit seinem Geld wählen und einen Anfang machen. Die Experten empfehlen, keine Schulden zu machen, raus aus Papierwerten zu gehen und in Sachwerte zu investieren, Kapitallebensversicherungen und Aktien links liegen zu lassen, denn die Märkte der letzteren seien komplett von den Notenbanken manipuliert.

Weik und Friedrich selbst investieren nach eigenen Angaben in Edelmetalle, Wald und Land. Den Staaten empfehlen sie, den Euro ad acta zu legen, die eigenen Währungen wieder einzuführen, um auf- und abwerten zu können, sowie eine Art Marshallplan für Griechenland. Die NWZ-Moderatoren hakten kritisch nach: Ob den Autoren Feindschaft entgegenschlage, ob der Druck von unten etwas besser mache und wie sich die Autoren erklärten, dass der Aufschrei ausbleibe. Weik und Friedrich antworteten auf ökonomische Fragen zuweilen mit moralischen Appellen sowie humorvoll und schlagfertig.

1 Kommentar

09.03.2015 05:13 Uhr

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http://www.freiewelt.net/es-gibt-nur-eine-absolut-sichere-geldanlage-10025490/

Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
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